Verkehr

KI soll Radfahrer schützen: Osnabrück testet BikeDetect

Fahrzeuge sollen Radfahrende künftig automatisch erkennen und den Abstand zu ihnen messen. Das ist das Ziel des Forschungsprojekts BikeDetect der Universität Oldenburg. Die Stadt Osnabrück beteiligt sich an dem Vorhaben und stellt sich als Testfeld zur Verfügung. Auch der ADFC Osnabrück ist als Partner mit an Bord.

KI im Auto soll Leben retten

Im Mittelpunkt von BikeDetect steht ein technisches Assistenzsystem. Es soll in Autos und LKW integriert werden. Mithilfe von Sensoren und Künstlicher Intelligenz erkennt das System Radfahrende im Straßenverkehr. Zusätzlich misst es den Abstand zwischen Fahrzeug und Fahrrad.

Das Ziel ist klar: Autofahrerinnen und Autofahrer sollen besser einschätzen können, wie nah sie an Radfahrenden vorbeifahren. Motorisierte Verkehrsteilnehmer bekommen damit ein konkretes Werkzeug an die Hand. Sie sollen selbst aktiver zum Schutz von Radfahrenden beitragen können.

Nach 1,5 Jahren Forschungsarbeit präsentierte das Projektteam seine Ergebnisse am 23. April in einer Abschlusspräsentation. Die Kernfrage lautete: Wie lässt sich die Erkennung von Radfahrenden im Straßenverkehr technisch verbessern?

Osnabrück als Pilotstadt

Für den mehrtägigen Pilotversuch wählten die Forschenden Osnabrück als Testfeld. Die Stadt hat einen eigenen Radverkehrsplan beschlossen. Sie strebt an, den Radverkehrsanteil am sogenannten Modal Split auf 30 Prozent zu steigern. Derzeit ist das Radwegenetz der Stadt aber noch lückenhaft.

Genau deshalb passt Osnabrück gut als Teststadt. Die Bedingungen entsprechen dem Alltag vieler Städte in Deutschland. Radfahrende und motorisierter Verkehr teilen sich oft enge Straßen. Das Konfliktpotenzial ist real.

Die Stadt sieht BikeDetect als Chance. Technische Lösungen sollen dort ansetzen, wo bauliche Maßnahmen nicht sofort möglich sind. Das Projekt ergänzt damit die bestehenden Bemühungen um mehr Verkehrssicherheit.

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Kooperation zwischen Wissenschaft und Kommune

Hinter BikeDetect steht die Universität Oldenburg. Die Forscher entwickeln das Assistenzsystem gemeinsam mit Praxispartnern. Die Stadt Osnabrück bringt ihr Wissen über lokale Verkehrsstrukturen ein. Der ADFC Osnabrück vertritt die Perspektive der Radfahrenden.

Diese Kombination aus Wissenschaft, Verwaltung und zivilgesellschaftlichem Engagement ist bewusst gewählt. Nur wer alle Seiten einbezieht, kann praxistaugliche Lösungen entwickeln. Das gilt besonders für ein Thema wie Verkehrssicherheit.

Assistenzsystem für Autos und LKW

Das entwickelte System richtet sich an alle motorisierten Fahrzeuge. Gerade LKW sind im Stadtverkehr eine Gefahr für Radfahrende. Ihr toter Winkel ist groß. Ein automatisches Erkennungssystem könnte hier besonders viel bewirken.

Das System arbeitet mit Sensoren, die Radfahrende in der Umgebung erfassen. Die KI wertet die Daten in Echtzeit aus. Fahrer erhalten eine Rückmeldung, wenn der Abstand zu einem Radfahrenden zu gering wird.

Fazit: Technik als Ergänzung zur Infrastruktur

BikeDetect zeigt, dass technische Innovation und kommunale Verkehrspolitik gut zusammenpassen. Osnabrück setzt auf beide Ansätze gleichzeitig: den Ausbau der Radinfrastruktur und neue digitale Hilfsmittel für Autofahrende. Das Forschungsprojekt liefert nach 1,5 Jahren konkrete Ergebnisse. Ob und wann das Assistenzsystem in Serie geht, ist noch offen. Der Grundstein für sicherere Straßen ist aber gelegt.

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