ICE L: Neue Züge für Amsterdam-Osnabrück-Berlin lassen weiter warten

Auf der internationalen Bahnverbindung von Amsterdam über Osnabrück nach Berlin rollen weiterhin alte Züge. Die Auslieferung der neuen ICE-L-Garnituren des spanischen Herstellers Talgo verzögert sich. Reisende und Pendler müssen sich erneut gedulden.
Jahrzehnte alte Züge auf moderner Strecke
Wer heute von Amsterdam nach Berlin fährt, reist oft in Waggons, die noch aus den 1970er Jahren stammen. Die Deutsche Bahn setzt auf dieser Verbindung teilweise über 50 Jahre alte Intercity-Züge ein. Bahnkritiker sprechen von „ausgeleierten“ Wagen, die dem Anspruch einer modernen Fernverbindung nicht gerecht werden.
Osnabrück liegt auf dieser Strecke als wichtiger Zwischenhalt. Pendler und Reisende aus der Region sind von der Situation direkt betroffen. Zuverlässigkeit und Komfort lassen auf dieser Verbindung seit Jahren zu wünschen übrig.
Was ist der ICE L?
Der ICE L trägt intern den früheren Planungstitel ECx, der bis 2021 verwendet wurde. Es handelt sich um lokomotivbespannte Wendezüge der DB Fernverkehr. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h. Gebaut werden die Züge vom spanischen Unternehmen Talgo.
Der ICE L ist speziell für internationale Strecken konzipiert. Er soll unterschiedliche Stromsysteme und Spurweiten in verschiedenen europäischen Ländern bewältigen können. Genau das macht ihn für die Verbindung nach Amsterdam attraktiv: Die Strecke führt durch Deutschland und die Niederlande mit unterschiedlichen technischen Anforderungen.
Lieferung verzögert sich
Eigentlich sollten die neuen Züge bereits auf den Schienen rollen. Doch die Auslieferung verschiebt sich. Genaue neue Termine nannte die Deutsche Bahn bisher nicht öffentlich. Reisende werden seit Jahren auf eine Verbesserung der Verbindung vertröstet.
Die Verzögerung trifft die Bahn zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Nachfrage nach internationalen Zugverbindungen ist hoch. Gleichzeitig steigt der Druck auf die DB, klimafreundliche Alternativen zum Flugzeug anzubieten. Die Strecke Amsterdam-Berlin gilt dabei als Vorzeigeprojekt.
Technische Zulassung als Hürde
Neue Züge müssen in jedem Land, in dem sie fahren, separat zugelassen werden. Das gilt für Deutschland ebenso wie für die Niederlande. Dieser Prozess kostet Zeit. Verzögerungen bei der Zulassung sind in der europäischen Bahnbranche keine Seltenheit.
Ähnliche Probleme hatte in der Vergangenheit auch der ICE 3 auf internationalen Strecken. Die technischen Anforderungen unterschiedlicher Bahnnetze gelten als eine der größten Herausforderungen im grenzüberschreitenden Zugverkehr.
Folgen für Osnabrück und die Region
Für Osnabrück bedeutet die Verzögerung: Der erhoffte Qualitätssprung bleibt aus. Die Stadt liegt auf der direkten Linie zwischen den Niederlanden und der deutschen Hauptstadt. Eine modernere und schnellere Verbindung würde Pendlern und Geschäftsreisenden aus dem Raum Osnabrück direkt zugutekommen.
Auch für den Tourismus in der Region wäre eine attraktivere Verbindung ein Gewinn. Amsterdam ist ein beliebtes Reiseziel. Berlin zieht Besucher aus aller Welt an. Osnabrück als Zwischenhalt könnte von beiden Richtungen profitieren.
DB plant mit ICE L für mehrere Strecken
Die Deutsche Bahn hat den ICE L nicht nur für die Verbindung Amsterdam-Berlin bestellt. Der neue Zugtyp soll auf mehreren internationalen Strecken eingesetzt werden. Damit verbindet die Bahn große Erwartungen: mehr Kapazität, mehr Komfort, mehr Pünktlichkeit.
Der neue DB-Fahrplan 2026 sieht auf verschiedenen Relationen Verbesserungen vor. Ob der ICE L dabei pünktlich zur Verfügung steht, ist derzeit offen. Die Verzögerung bei der Lieferung wirft Fragen über den Zeitplan auf.
Fazit: Geduld gefragt
Die Modernisierung der Bahnverbindung zwischen Amsterdam, Osnabrück und Berlin lässt auf sich warten. Solange die neuen ICE-L-Züge nicht rollen, bleibt der Alltag für Reisende auf dieser Strecke unverändert. Alte Waggons, mäßige Zuverlässigkeit, kein Fortschritt in Sicht. Die Deutsche Bahn und Hersteller Talgo müssen liefern. Wann das gelingt, ist bisher nicht klar.



