Zeckenschutz: Was wirklich hilft und was nicht
Zecken sind in der Region Osnabrück und im Emsland von Frühjahr bis Herbst aktiv. Wer in Parks, Wälder oder Wiesen geht, will sich schützen. Der Markt bietet zahlreiche Produkte: Sprays, Armbänder, Cremes. Doch nicht alle Mittel sind gleich wirksam. Ein Überblick zeigt, was der aktuelle Stand der Forschung sagt.
Zeckensprays: Schutz mit Einschränkungen
Zeckensprays gehören in vielen Haushalten zur Standardausrüstung für Ausflüge ins Grüne. Sie enthalten sogenannte Repellentien, also Wirkstoffe, die Zecken abschrecken sollen. Bekannte Wirkstoffe sind DEET, Icaridin und Permethrin.
Der Haken: Die Wirksamkeit gegen Zecken ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2018 untersuchte den Wirkstoff Permethrin. Klare Belege für eine zuverlässige Schutzwirkung gegen Zecken lieferte sie nicht. Gegen Mücken zeigen viele dieser Sprays hingegen eine nachgewiesene Wirkung.
Das bedeutet nicht, dass Sprays nutzlos sind. Richtig angewendet können sie das Risiko eines Zeckenstichs senken. Entscheidend ist die korrekte Anwendung: Das Mittel sollte vor dem Ausflug auf die Kleidung gesprüht werden. Auf freie Hautstellen aufgetragen, muss die Dosierung sparsam erfolgen.
Armbänder und andere Alternativen
Sogenannte Zeckenarmbänder sind ebenfalls im Handel erhältlich. Sie setzen auf ätherische Öle oder chemische Wirkstoffe, die den Träger schützen sollen. Belastbare wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit fehlen jedoch weitgehend. Fachleute bewerten diese Produkte kritisch.
Ähnliches gilt für Hausmittel wie Kokosöl oder bestimmte Duftöle. Sie mögen angenehm riechen, einen zuverlässigen Schutz bieten sie nicht.
Was wirklich schützt: mechanische Maßnahmen
Der sicherste Schutz vor Zeckenstichen ist nach wie vor die richtige Kleidung. Lange Hosen, geschlossene Schuhe und helle Kleidung sind empfehlenswert. Auf hellen Stoffen sind Zecken besser zu erkennen. Hosenbeine sollten in die Socken gesteckt werden.
Nach jedem Aufenthalt im Freien gilt: Körper gründlich absuchen. Besonders gefährdete Stellen sind Kniekehlen, Leisten, Achseln, Haaransatz und Bauchnabel. Auch Kinder und Haustiere sollten nach jedem Ausflug kontrolliert werden.
Zecke entfernt: Was dann zu tun ist
Wer eine Zecke findet, sollte sie zügig und vollständig entfernen. Geeignet sind eine feine Pinzette oder ein spezielles Zeckenwerkzeug aus der Apotheke. Die Zecke wird nah an der Haut gefasst und gerade herausgezogen. Keinesfalls sollte man die Zecke mit Öl, Klebstoff oder Nagellack beträufeln. Das kann dazu führen, dass die Zecke Speichel in die Wunde abgibt.
Nach dem Entfernen die Einstichstelle desinfizieren und beobachten. Rötungen, Kreisrötungen oder Grippesymptome in den Wochen danach sind ein Grund, sofort einen Arzt aufzusuchen. Sie können auf eine Borreliose hinweisen, eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion.
FSME-Impfung für Risikogebiete
Gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, gibt es eine Impfung. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jährlich aktualisierte Karten der FSME-Risikogebiete in Deutschland. Wer regelmäßig in solchen Gebieten unterwegs ist, sollte den Impfschutz beim Hausarzt prüfen lassen.
Der Landkreis Osnabrück und das Emsland gehören nach aktuellem Stand nicht zu den ausgewiesenen Hochrisikogebieten für FSME. Das Risiko einer Borrelioseinfektion durch Zecken besteht jedoch in der gesamten Region.
Fazit: Kein Spray ersetzt das Absuchen
Zeckensprays können ergänzend sinnvoll sein, sind aber kein Allheilmittel. Der beste Schutz bleibt eine Kombination aus langer Kleidung, konsequentem Absuchen des Körpers nach Aufenthalten im Freien und schnellem Entfernen gefundener Zecken. Wer diese Grundregeln befolgt, senkt sein Risiko deutlich wirksamer als mit jedem Spray oder Armband allein.
