Zeckenalarm in Osnabrück: So reagieren Sie richtig nach dem Stich

Zecken lauern derzeit überall in der Region Osnabrück. Im Gras, am Waldrand, in Parks und auf Spielplätzen sitzen die Blutsauger und warten auf Wirte. Wer jetzt draußen unterwegs ist, sollte sich schützen und nach einem Stich besonnen reagieren.
Wo Zecken in der Region vorkommen
Zecken bevorzugen feuchte, schattige Bereiche mit Bodenbewuchs. Typische Aufenthaltsorte sind Waldränder, Wiesen, Gebüsche und Gärten. In der Region Osnabrück betrifft das praktisch alle Grünflächen: Stadtparks, Kleingärten und Spielplätze eingeschlossen.
Die Tiere klettern nicht von Bäumen herab. Sie sitzen im niedrigen Bewuchs und streifen beim Vorbeigehen auf Haut oder Kleidung. Sobald die Temperaturen dauerhaft über sieben Grad Celsius liegen, werden sie aktiv. Das ist in der Region Osnabrück in der Regel ab dem Frühjahr der Fall.
Welche Krankheiten Zecken übertragen können
Zecken können zwei gefährliche Krankheiten auf den Menschen übertragen: Borreliose und FSME. Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst, FSME durch Viren. Beide Erreger gelangen über den Speichel der Zecke in den Körper.
Borreliose: Häufige Gefahr auch in Osnabrück
Borreliose kommt in ganz Deutschland vor. Ein typisches Warnsignal ist die sogenannte Wanderröte: Ein roter Ring um die Einstichstelle, der sich nach außen ausbreitet. Weitere Symptome sind Fieber, Erschöpfung und Gelenkschmerzen. Wer diese Zeichen bemerkt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Borreliose ist mit Antibiotika behandelbar, wenn sie früh erkannt wird.
FSME: Kein Risikogebiet um Osnabrück
FSME ist eine Hirnhautentzündung, die im schlimmsten Fall schwere neurologische Schäden verursacht. Gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung. Für das Gebiet Osnabrück empfehlen Experten diese Impfung derzeit jedoch nicht. Die Region gilt nicht als offizielles FSME-Risikogebiet. Wer allerdings in Risikogebiete reist, etwa in Teile Bayerns oder Baden-Württembergs, sollte sich impfen lassen.
Zecke entfernen: Schnell und richtig handeln
Nach einem Aufenthalt im Freien gilt: Den ganzen Körper auf Zecken absuchen. Besonders betroffen sind Kniekehlen, Leisten, Achselhöhlen, der Haaransatz und der Bauchnabel. Bei Kindern sitzt die Zecke häufig am Kopf.
Wer eine Zecke findet, sollte sie so schnell wie möglich entfernen. Denn die Übertragung von Erregern dauert meist mehrere Stunden. Schnelles Handeln senkt das Infektionsrisiko.
So wird die Zecke korrekt entfernt
Für die Entfernung eignet sich eine Zeckenpinzette oder eine Zeckenkarte. Beides ist in jeder Apotheke erhältlich. Die Zecke wird möglichst nah an der Haut gegriffen und gerade herausgezogen. Dabei darf sie nicht gequetscht werden. Druck auf den Körper der Zecke kann dazu führen, dass sie mehr Speichel in die Wunde abgibt. Öl, Klebstoff oder Nagellack haben bei der Entfernung nichts zu suchen.
Nach dem Entfernen die Einstichstelle desinfizieren. Datum und Stelle des Stichs notieren. Das hilft dem Arzt bei einer späteren Diagnose.
Symptome beobachten und Arzt aufsuchen
In den Wochen nach einem Zeckenstich sollte man die Einstichstelle und den allgemeinen Gesundheitszustand beobachten. Rötungen, die größer werden, sind ein Warnsignal. Gleiches gilt für Fieber, Müdigkeit oder Gliederschmerzen ohne andere Erklärung.
Wer unsicher ist, spricht am besten direkt mit einem Hausarzt. Eine prophylaktische Antibiotikagabe ist in Deutschland nicht generell empfohlen. Sie kann aber in Einzelfällen sinnvoll sein.
Schutz vor Zeckenstichen im Alltag
Lange Kleidung beim Waldspaziergang oder beim Spielen im hohen Gras bietet einen einfachen Schutz. Helle Kleidung hat einen weiteren Vorteil: Zecken sind darauf leichter zu erkennen. Repellentien, also Mittel zur Abwehr von Insekten und Zecken, können auf die Haut oder Kleidung aufgetragen werden. Sie bieten aber keinen vollständigen Schutz.
Auch Haustiere können Zecken ins Haus tragen. Hunde und Katzen sollten nach jedem Ausflug ins Grüne gründlich abgesucht werden. Für Tiere gibt es spezielle Schutzmittel vom Tierarzt.
Fazit
Die Zeckensaison in der Region Osnabrück ist in vollem Gang. Wer draußen unterwegs ist, sollte Vorsicht walten lassen und sich nach dem Heimkommen gründlich absuchen. Ein Zeckenstich muss keine ernste Folge haben, wenn man rasch und richtig reagiert. Wer Symptome bemerkt, gehört zum Arzt.



