Wildtiere in Gefahr: Hunde töten Rehkitz in Hellern
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In Osnabrück-Hellern ist erneut ein Rehkitz von einem freilaufenden Hund getötet worden. Der Vorfall ereignete sich trotz bestehender Leinenpflicht. Osnabrücks Jagdaufseher sind alarmiert: Solche Angriffe auf Wildtiere passieren immer wieder.
Toter Kitz in Hellern: Leinenpflicht ignoriert
Ein Rehkitz ist in Osnabrück-Hellern einem Hundeangriff zum Opfer gefallen. Das Tier war nicht in der Lage zu fliehen. Der Hund, der den Angriff ausführte, lief ohne Leine. Dabei gilt in Osnabrück wie in ganz Niedersachsen während der Brut- und Setzzeit eine klare Regelung: Hunde müssen angeleint werden.
Die sogenannte Brut- und Setzzeit dauert vom 1. März bis zum 15. Juli. In dieser Phase bringen Wildtiere ihren Nachwuchs zur Welt. Rehkitze liegen in den ersten Lebenswochen reglos im hohen Gras. Sie können Hunden nicht entkommen.
Reinhold Rethschulte, offizieller Jagdaufseher in Osnabrück, kennt das Problem gut. Er ist in den vergangenen Jahren wiederholt zu getöteten oder verletzten Wildtieren gerufen worden. Die Angreifer waren fast immer Hunde ohne Leine.
Kein Einzelfall in der Region
Der Vorfall in Hellern reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse ein. Bereits im Dezember 2020 hatte ein Hund in Osnabrück ein Rehkitz gehetzt und getötet. Damals war Rethschulte ebenfalls vor Ort.
Auch eine Gans wurde zuletzt durch einen freilaufenden Hund verletzt. Jagdaufseher berichten von einer anhaltenden Belastung für das heimische Wild. Betroffen sind vor allem stadtnahe Grünflächen, Felder und Waldränder.
Das Muster ist überall ähnlich: Hunde folgen ihrem Jagdinstinkt. Die Halter unterschätzen die Gefahr. Manche wissen schlicht nicht, dass ihre Tiere angeleint sein müssen.
Rechtslage ist eindeutig
In Niedersachsen regelt das Niedersächsische Jagdgesetz die Leinenpflicht für Hunde in der freien Natur. Während der Brut- und Setzzeit gilt ein strikter Leinenzwang. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
Wer seinen Hund freilaufen lässt und dieser ein Wildtier tötet oder verletzt, muss mit einer Anzeige rechnen. Wildernde Hunde gelten rechtlich als ernstes Problem. Jagdaufseher und Behörden können entsprechende Maßnahmen einleiten.
In anderen Kommunen wie Eschborn oder Ispringen haben Ordnungsämter bereits aktiv um Hinweise auf Hundehalter gebeten, deren Tiere Wildtiere gerissen haben. Auch in Osnabrück fordern Jagdaufseher konsequenteres Handeln.
Appell an Hundehalter
Jagdaufseher und Naturschützer sind sich einig: Das Problem lässt sich lösen. Hundehalter müssen die Leinenpflicht ernst nehmen. Ein kurzer Ausflug ohne Leine kann für ein Wildtier tödlich enden.
Besonders gefährdet sind Rehkitze, Feldhasen und bodenbrütende Vögel. Diese Tiere haben keine Möglichkeit, einem Hund zu entkommen. Selbst ein kurzer Biss kann tödlich sein oder schwere Verletzungen hinterlassen.
Verletzungen heilen bei Wildtieren oft nicht. Wunden können sich infizieren. Kitze mit gebrochenem Kiefer verhungern, weil sie nicht mehr trinken können. Die Folgen eines Angriffs sind häufig grausam.
Fazit: Verantwortung liegt bei den Haltern
Der Tod des Rehkitzes in Hellern zeigt: Die Leinenpflicht wird trotz aller Hinweise nicht konsequent eingehalten. Jagdaufseher und Behörden können nur reagieren, wenn Vorfälle gemeldet werden. Wer einen freilaufenden Hund beim Angriff auf ein Wildtier beobachtet, sollte dies dem zuständigen Ordnungsamt oder Jagdaufseher melden.
Die Verantwortung liegt bei den Hundehaltern. Wer seinen Hund in der freien Natur ohne Leine laufen lässt, riskiert nicht nur eine Anzeige. Er nimmt den Tod eines Wildtieres in Kauf.



