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Vom Tafel-Kunden zum Ehrenamtlichen: Ostercappelner gibt zurück

Ein junger Vater aus Ostercappeln engagiert sich ehrenamtlich bei der Tafel. Das Besondere daran: Er kennt die Situation der Hilfesuchenden aus eigener Erfahrung. Früher stand er selbst in der Schlange. Heute teilt er aus.

Von der Hilfe zur Hilfsbereitschaft

Die Tafel ist für viele Menschen ein letzter Ausweg. Wer knapp bei Kasse ist, wer seinen Alltag kaum finanzieren kann, findet dort günstige oder kostenlose Lebensmittel. Die Tafeln in Deutschland versorgen nach eigenen Angaben wöchentlich rund 1,6 Millionen Menschen. Darunter sind Familien, Rentner, Alleinerziehende und Arbeitslose.

Der Mann aus Ostercappeln gehörte selbst dazu. Er weiß, wie es sich anfühlt, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Dieses Wissen treibt ihn heute an. Er möchte anderen geben, was er selbst einmal bekommen hat.

Ostercappeln liegt im Landkreis Osnabrück, im sogenannten Wittlager Land. Die Gemeinde zählt rund 11.000 Einwohner. Auch dort gibt es Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Die Tafel-Strukturen im Landkreis Osnabrück decken solche Bedarfe ab.

Ehrenamt als persönliche Konsequenz

Der Schritt vom Kunden zum Helfer ist kein selbstverständlicher. Er erfordert eine Entscheidung. Der junge Vater hat sie getroffen. Er investiert seine Freizeit, um andere zu unterstützen.

Das Ehrenamt bei der Tafel ist kein glamouröser Job. Es geht um Lebensmittelsortierung, Ausgabe, Organisation. Es geht darum, Menschen mit Würde zu behandeln. Wer selbst einmal Kunde war, bringt dafür ein besonderes Gespür mit.

Die Tafel Deutschland verweist regelmäßig darauf, dass ohne ehrenamtliche Helfer der Betrieb nicht möglich wäre. Bundesweit engagieren sich rund 60.000 Ehrenamtliche in den über 960 Tafel-Organisationen. Sie sortieren Lebensmittel, fahren Touren und betreiben die Ausgabestellen.

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Persönliche Erfahrung als Stärke

Wer früher selbst Hilfe brauchte, begegnet den Kunden anders. Ohne Herablassung. Ohne Mitleid. Auf Augenhöhe. Den Unterschied spüren Betroffene. Die Hemmschwelle, eine Tafel aufzusuchen, ist für viele Menschen hoch. Scham spielt eine große Rolle.

Ein Helfer, der diese Scham kennt, kann ihr entgegenwirken. Er weiß, worauf es ankommt: ein freundliches Wort, ein normaler Umgang, keine vorwurfsvollen Blicke. Das klingt simpel. Es ist es nicht immer.

Tafel-Arbeit im Landkreis Osnabrück

Im Landkreis Osnabrück sind mehrere Tafel-Standorte aktiv. Sie versorgen Bedürftige mit geretteten Lebensmitteln, die sonst im Müll landen würden. Supermärkte, Bäckereien und Großhändler spenden überschüssige Waren. Die Tafeln sammeln, sortieren und geben weiter.

Der Bedarf ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Gestiegene Energiekosten und höhere Lebenshaltungskosten haben dazu geführt, dass mehr Menschen Unterstützung suchen. Viele Tafeln berichten von längeren Warteschlangen und mehr Neukunden.

Gleichzeitig fehlen vielerorts Freiwillige. Die Arbeit liegt auf wenigen Schultern. Deshalb ist jede Person, die sich entscheidet zu helfen, wichtig für den Betrieb.

Vorbild für andere

Der Ostercappelner Vater steht beispielhaft für einen Weg, den mehr Menschen gehen könnten. Wer selbst durch schwierige Zeiten gegangen ist, trägt eine Erfahrung mit sich, die zur Kraft werden kann.

Sein Engagement zeigt: Soziale Arbeit beginnt nicht mit großen Gesten. Sie beginnt mit einer Entscheidung und der Bereitschaft, Zeit zu geben.

Fazit

Die Geschichte des jungen Vaters aus Ostercappeln beschreibt einen Kreislauf von Hilfe und Gegenseitigkeit. Die Tafel gibt, wenn Menschen es brauchen. Und manche dieser Menschen kommen zurück, um selbst zu geben. Genau das hält das System am Laufen.

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