Theater Osnabrück widmet Peter van Pels eine eigene Oper
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Anne Franks Tagebuch kennt die Welt. Doch der Junge, den sie in ihrem Versteck kennenlernte und küsste, ist kaum jemandem ein Begriff. Peter van Pels stammte aus Osnabrück. Das Theater Osnabrück widmet ihm jetzt eine Oper.
Ein Osnabrücker im Amsterdamer Versteck
Peter van Pels wurde 1926 in Osnabrück geboren. Seine Familie war jüdisch. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde das Leben für jüdische Familien in Deutschland immer gefährlicher. Die van Pels flohen in die Niederlande.
In Amsterdam trafen sie auf die Familie Frank. Ab Juli 1942 versteckten sich beide Familien gemeinsam im sogenannten Hinterhaus in der Prinsengracht. Insgesamt acht Menschen lebten dort über zwei Jahre lang verborgen.
Anne Frank hielt ihre Erlebnisse in einem Tagebuch fest. Sie schrieb auch über Peter. Die beiden kamen sich nah. Anne beschrieb ihn als schüchtern, aber herzlich. Im Februar 1944 küssten sie sich.
Schicksal nach der Verhaftung
Im August 1944 entdeckte die Gestapo das Versteck. Alle acht Bewohner wurden verhaftet und deportiert. Peter van Pels überlebte die ersten Lager. Er wurde ins Konzentrationslager Auschwitz gebracht, später auf einen der Todesmärsche geschickt.
Peter van Pels starb im Mai 1945 im KZ Mauthausen in Österreich. Er war 18 Jahre alt. Wenige Wochen zuvor hatte das Kriegsende begonnen.
Anne Frank starb im Februar oder März 1945 im KZ Bergen-Belsen. Ihr Vater Otto Frank überlebte als einziger der acht Untergetauchten. Er veröffentlichte Annes Tagebuch nach dem Krieg. Das Buch wurde eines der bekanntesten der Welt. Es erschien in Dutzenden Sprachen und ist Grundlage für mehrere Filme und Theaterstücke.
Osnabrück erinnert an sein Kind
Peters Geschichte blieb im Schatten von Annes Ruhm. Sein Geburtsort Osnabrück rückt ihn nun in den Mittelpunkt. Das Theater Osnabrück hat eine Oper über Peter van Pels in Auftrag gegeben. Das Werk fragt: Wer war dieser junge Mann wirklich?
Das Theater will damit einem Menschen ein Gesicht geben, der in den historischen Berichten meist Nebenfigur bleibt. Peter van Pels steht stellvertretend für Hunderttausende junger Menschen, deren Leben die Verfolgung durch das NS-Regime auslöschte.
Ein Projekt mit lokalem Bezug
Für Osnabrück hat das Projekt einen besonderen Bezug. Die Stadt hat eine eigene Geschichte im Umgang mit der NS-Vergangenheit. Mit der Oper über Peter van Pels setzt das Theater ein deutliches Zeichen: Es geht um Erinnerung auch an jene, die fast vergessen wurden.
Die Produktion richtet sich an ein breites Publikum. Sie soll Geschichte erfahrbar machen, nicht nur erzählen.
Peter van Pels
Peter van Pels wurde in Osnabrück geboren und starb als 18-Jähriger im KZ Mauthausen. Jahrzehntelang kannte ihn die Welt nur als Randfigur aus Annes Tagebuch. Das Theater Osnabrück gibt ihm nun eine eigene Bühne.



