Wirtschaft

Teilzeitfalle: Osnabrücker Frauen arbeiten seltener in Vollzeit

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Ob Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder fehlende Vollzeitstellen: Frauen in Osnabrück und bundesweit arbeiten weit häufiger in Teilzeit als ihre männlichen Kollegen. Das belegen Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sowie Daten des Statistischen Bundesamts. Die Ursachen sind unterschiedlich, die Folgen für Einkommen und Rente oft erheblich.

Teilzeit ist für viele keine freie Wahl

Nur etwa jeder Vierte, der in Teilzeit arbeitet, tut das aus eigenem Antrieb. Unter den teilzeitbeschäftigten Frauen lag der Anteil derer, die diese Arbeitsform aktiv gewählt haben, bei rund 28,9 Prozent. Bei Männern waren es 24,9 Prozent.

Der häufigste Grund für Teilzeitarbeit ist die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen. Frauen übernehmen dabei den deutlich größeren Teil dieser unbezahlten Sorgearbeit. Das schlägt sich direkt in der Beschäftigungsstruktur nieder.

Bundesweit lag die Teilzeitquote bei Frauen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren laut Eurostat-Daten bei rund 47 Prozent. Bei Männern liegt der Wert laut Statistischem Bundesamt bei etwa neun Prozent. Diese Schere hat sich über Jahrzehnte nicht geschlossen.

Lohnlücke zwischen Vollzeit und Teilzeit wächst

Wer in Teilzeit arbeitet, verdient nicht nur weniger, weil die Stunden fehlen. Der Stundenlohn selbst ist niedriger als in vergleichbaren Vollzeitstellen. Mitte der 1990er Jahre betrug dieser Unterschied noch etwa fünf Prozent. Bis 2017 wuchs die Stundenlohnlücke auf 17 Prozent an.

Das trifft Frauen stärker als Männer. Sie stellen den größten Teil der Teilzeitbeschäftigten und sind seltener in gut bezahlten Vollzeitpositionen oder Führungsrollen zu finden.

Frauen in Führung: Teilzeit trotz Verantwortung

Jede achte Führungskraft in Deutschland arbeitet nicht in Vollzeit. Unter den weiblichen Führungskräften beträgt dieser Anteil rund 28 Prozent, bei männlichen Führungskräften sind es fünf Prozent.

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Mehr Frauen im Arbeitsmarkt, aber in schwächerer Position

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich gestiegen. Ihr Anteil an allen Beschäftigten kletterte von 35,5 auf 44,3 Prozent.

Dieser Anstieg verlief jedoch vor allem über Teilzeitbeschäftigung. Im Jahr 2017 lag die Teilzeitquote bei Frauen bei 36 Prozent, zehn Prozentpunkte mehr als Mitte der 1990er Jahre. Mehr Beschäftigung bedeutete also nicht automatisch mehr Vollzeit.

Regionale Lage in Osnabrück

Im Stadtgebiet und Landkreis Osnabrück spiegeln sich diese bundesweiten Muster wider. Auch hier überwiegt Teilzeitarbeit klar bei Frauen. Besonders betroffen sind Branchen mit hohem Frauenanteil: Pflege, Erziehung, Einzelhandel und Gastronomie haben oft keine ausreichende Zahl an Vollzeitstellen.

Die IHK Osnabrück hat auf Grundlage der DIW-Studie auf dieses strukturelle Problem hingewiesen. Aus ihrer Sicht braucht es mehr flexible Vollzeitmodelle und einen besseren Ausbau von Betreuungsangeboten, um Frauen den Weg in existenzsichernde Beschäftigung zu erleichtern.

Folgen für Rente und finanzielle Absicherung

Teilzeit bedeutet geringere Rentenansprüche. Wer jahrelang unter Vollzeit arbeitet, zahlt weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein, das Risiko von Altersarmut steigt damit deutlich. Frauen sind davon überproportional betroffen.

Viele Frauen unterbrechen ihre Erwerbsbiografie nach der Geburt von Kindern oder für die Pflege von Angehörigen. Diese Lücken lassen sich später nur schwer ausgleichen.

Fazit

Die Zahlen zeigen ein klares Bild: Teilzeitarbeit bei Frauen ist in Osnabrück wie auch bundesweit strukturell verankert und geht für viele nicht auf eine bewusste Entscheidung zurück. Solange Sorgearbeit ungleich verteilt bleibt und Betreuungsangebote fehlen, dürfte sich daran wenig ändern.

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