Streit um Bürgerbus Badbergen: SPD-Post sorgt für Wirbel
Ein Social-Media-Post der SPD Badbergen hat für Unruhe in der Samtgemeinde Artland gesorgt. Die Sozialdemokraten warfen der Ratsmehrheit aus CDU, FDP und UWG vor, den Zuschuss für den Bürgerbusverein Badbergen kürzen oder streichen zu wollen. Die betroffenen Fraktionen wiesen das zurück. Der Streit wirft ein Schlaglicht auf die Finanzierung eines Projekts, das seit elf Jahren Mobilität auf dem Land sichert.
Ehrenamtliches Projekt mit langer Geschichte
Der Bürgerbus Badbergen fährt seit 2014. Gegründet wurde der Verein auf Initiative von Irene „Emmi“ Poesthorst. Sie war viele Jahre Vereinsvorsitzende und wurde später zum Ehrenmitglied ernannt. Der Verein trägt eine öffentliche Aufgabe: Er schließt Mobilitätslücken im ländlichen Raum der Gemeinde Badbergen.
Getragen wird das Projekt von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern. Finanziert wird es durch öffentliche Zuschüsse von Gemeinde, Samtgemeinde Artland, dem Landkreis Osnabrück sowie durch Sponsoren. Die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück ist ebenfalls eingebunden.
Im Oktober 2024 feierte der Verein sein zehnjähriges Bestehen. Im August 2025 wurde der dritte Bus in Dienst gestellt. Das Projekt hat sich damit deutlich ausgeweitet.
Finanzierung war schon früher ein Thema
Die Abhängigkeit von Zuschüssen ist kein neues Problem. Bereits 2018 überstiegen die Ausgaben des Vereins erstmals die Einnahmen. Die Gemeinde Badbergen sprang ein. Das war von Beginn an so vereinbart: Die Gemeinde gleicht Defizite aus.
Ende 2023 bat der Verein die Samtgemeinde Artland um einen höheren Zuschuss ab 2024. Die Vorstandsmitglieder Michael Szymanski, Annette Wesemeyer, Heinz Engebrecht und Peter Wigger stellten das Projekt bei einem Treffen vor. Samtgemeindebürgermeister Frank Klaß zeigte sich grundsätzlich offen für das Anliegen.
SPD-Post löst politischen Streit aus
Nun hat ein Beitrag der SPD Badbergen in sozialen Medien neuen Zündstoff geliefert. Die SPD stellte öffentlich die Frage, ob die CDU/FDP/UWG-Gruppe den Zuschuss für den Bürgerbus einstellen wolle. Die betroffenen Fraktionen widersprachen dieser Darstellung.
Über den genauen Inhalt der Ratsdiskussion und die konkreten Beschlussvorlagen gibt es unterschiedliche Aussagen. Klar ist: Der Vorwurf traf einen Nerv. Der Bürgerbus ist in der Region bekannt und gut verankert. Eine Streichung der Förderung wäre politisch heikel.
Mobilität auf dem Land ist keine Selbstverständlichkeit
Der Bürgerbus Badbergen fährt Strecken, die der öffentliche Nahverkehr nicht abdeckt. Ältere Menschen, Jugendliche ohne Führerschein und Personen ohne eigenes Auto sind auf solche Angebote angewiesen. In ländlichen Gemeinden wie Badbergen gibt es kaum Alternativen.
Der Landkreis Osnabrück verankert solche Angebote in seinem Nahverkehrsplan. Bürgerbusprojekte gelten als sinnvolle Ergänzung zum Linienverkehr. Sie sind günstig, weil Ehrenamtliche fahren, und flexibel, weil sie auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Der neue dritte Bus zeigt, dass der Bedarf in Badbergen gewachsen ist. Elf Jahre nach dem Start ist das Projekt aus dem Alltag der Gemeinde nicht mehr wegzudenken.
Fazit
Ob der Zuschuss wirklich auf der Kippe stand, ist politisch umstritten. Der Streit zeigt aber: Die Finanzierung des Bürgerbusses bleibt ein dauerhaftes Thema. Der Verein ist auf verlässliche Unterstützung aus der Politik angewiesen. Ehrenamtliches Engagement allein reicht nicht, um den Betrieb zu sichern. Die Gemeinde und die Samtgemeinde Artland tragen dabei eine klare Verantwortung.



