Verkehr

Sprengung in Melle: Automat zerstört, Züge ausgefallen

Ein gesprengter Fahrkartenautomat hat am Mittwochmorgen den Bahnbetrieb rund um Melle lahmgelegt. Unbekannte Täter zerstörten den Automaten an einem Bahnhof im Landkreis Osnabrück mit Sprengstoff. Zeugen beobachteten eine weiße Limousine, die sich nach der Explosion vom Tatort entfernte. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Explosion sorgt für Zugausfälle und Verspätungen

Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden. Durch den anschließenden Polizeieinsatz kam es zu Verspätungen und Zugausfällen rund um Melle. Pendler und Reisende mussten sich auf Wartezeiten einstellen. Wie lange der Betrieb eingeschränkt war, war zunächst nicht abschließend bekannt.

Am Bahnhof sicherten Einsatzkräfte Spuren und untersuchten den zerstörten Automaten. Der entstandene Sachschaden war erheblich. Angaben zur genauen Schadenshöhe machte die Polizei zunächst nicht.

Zeugen beobachten verdächtiges Fahrzeug

Mehrere Zeugen bemerkten nach der Explosion eine weiße Limousine in der Nähe des Tatorts. Das Fahrzeug entfernte sich in unbekannte Richtung. Die Polizei bittet Personen, die in der Nacht Verdächtiges beobachtet haben, sich zu melden.

Die Ermittler prüfen alle Hinweise. Ob die Täter auf Bargeld aus dem Automaten aus waren, ist Teil der laufenden Untersuchungen.

Kein Einzelfall im Landkreis Osnabrück

Die Sprengung in Melle reiht sich in eine Serie ähnlicher Taten ein. Bereits im Januar 2026 wurde am Haltepunkt Natrup-Hagen im Landkreis Osnabrück ein Ticketautomat gesprengt. Auch dort hörte ein Zeuge gegen 1 Uhr einen lauten Knall. Anschließend beobachtete er eine dunkle Limousine, die vom Tatort flüchtete.

Das Muster ähnelt sich: Die Taten geschehen in den Nachtstunden. Die Täter nutzen Fahrzeuge zur Flucht. In keinem der Fälle konnten die Verantwortlichen bislang gestellt werden.

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Bundesweites Phänomen

Sprengungen von Fahrkartenautomaten sind kein regionales Problem. Bundesweit häufen sich solche Vorfälle. In Leipzig wurden 2026 mehrfach Automaten an S-Bahn-Haltestellen gesprengt, zuletzt im April. In Pinneberg traf es im März einen Automaten am Bahnhof Thesdorf. Im niedersächsischen Ashausen und am Bahnhof Maschen bei Seevetal registrierte die Polizei ebenfalls solche Taten.

In einem Fall in Leipzig bezifferten Ermittler den Schaden auf 30.000 Euro. Die Deutsche Bahn und andere Betreiber investieren hohe Summen in den Ersatz zerstörter Geräte.

Täter nutzen meist pyrotechnische Mittel

Die Ermittler gehen in vielen Fällen von pyrotechnischen Mitteln aus. Böller oder ähnliche Sprengmittel werden in den Ausgabeschacht gesteckt. Die Explosion öffnet den Automaten gewaltsam. Ob die Täter dabei stets erfolgreich an Bargeld gelangen, ist von Fall zu Fall verschieden.

Der Aufwand der Polizeieinsätze ist hoch. Neben der Spurensicherung müssen Strecken gesperrt und der Zugverkehr umgeleitet werden. Das trifft Pendler und Fahrgäste hart.

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei im Landkreis Osnabrück ermittelt wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und Sachbeschädigung. Wer in der Tatnacht verdächtige Personen oder Fahrzeuge rund um den Bahnhof in Melle gesehen hat, soll sich bei der zuständigen Dienststelle melden. Besonders gesucht werden Hinweise zur weißen Limousine.

Die Ermittler schließen einen Zusammenhang mit früheren Taten in der Region nicht aus. Ob eine organisierte Tätergruppe hinter den Sprengungen steckt, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

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