Lokal

Römische Relikte in Lingen-Bramsche: Archäologen machen Aufsehen erregende Funde

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Im Lingener Stadtteil Bramsche sind Archäologen auf römische Relikte und Statussymbole gestoßen. Die Funde werfen neue Fragen auf: Hatten Römer tatsächlich Kontakt zu dieser Gegend im heutigen Emsland?

Was die Archäologen in Bramsche gefunden haben

Bei Ausgrabungen in Lingen-Bramsche kamen Gegenstände ans Licht, die eindeutig der Römerzeit zuzuordnen sind. Darunter befinden sich Statussymbole, also Objekte, die auf gesellschaftliche Stellung oder kulturellen Austausch hinweisen. Solche Funde sind in dieser Region ungewöhnlich. Sie belegen zumindest, dass Kontakte zwischen der einheimischen Bevölkerung und der römischen Welt bestanden.

Bramsche ist ein Stadtteil von Lingen an der Ems im Landkreis Emsland. Die Gemeinde liegt damit gut 30 Kilometer westlich von Kalkriese. Kalkriese bei Bramsche im Osnabrücker Land gilt als der Ort der Varusschlacht im Jahr 9 nach Christus. Dort besiegte der Germane Arminius drei römische Legionen unter Feldherr Publius Quinctilius Varus.

Die Region als Schauplatz der Römerzeit

Die Funde reihen sich in eine Kette von Entdeckungen in der Region ein. Seit 1990 lieferte vor allem der sogenannte Oberesch bei Kalkriese Hinweise auf das Kampfgeschehen zwischen Römern und Germanen. Im Jahr 2000 eröffnete dort der Park des Museums Kalkriese.

Auch das sogenannte Harzhornereignis belegt, dass Römer tief in germanisches Gebiet vordrangen. Hobbyarchäologen hatten dort Fundstücke entdeckt. Erst 2008 stellte einer von ihnen Fotos in einem Internetforum vor. Fachleute bestätigten: Zumindest eines der Stücke stammt aus römischer Zeit. Spätere Untersuchungen ergaben, dass am Harzhorn wohl im 3. Jahrhundert nach Christus eine römische Einheit mit Germanen zusammenstieß.

Brückenfundamente und Holzbauten als neue Beweise

Archäologen stoßen in der Nordwestregion immer wieder auf überraschende Überreste. Der Archäologe Manuel Zeiler vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe berichtet von Brückenfundamenten, die bei Arnslecht ans Licht kamen. Solche Strukturen deuten auf militärische oder wirtschaftliche Aktivitäten hin und zeigen, dass Römer das Land nicht nur durchquerten, sondern zeitweise nutzten.

Lesen  19-Jähriger mit Audi und Drogen: 180 km/h in Neuenkirchen-Vörden

Auch andernorts in Germanien tauchen militärische Holzbauten auf. Diese stammen teils aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, also genau aus der Zeit der Varusschlacht und ihrer unmittelbaren Folge.

Was die Funde aus Lingen-Bramsche bedeuten

Für die Archäologie sind die Objekte aus Lingen-Bramsche bedeutsam. Sie belegen, dass die Grenze zwischen römischer Welt und germanischem Siedlungsgebiet keine feste Linie war. Handelsrouten, Tributzahlungen oder militärische Erkundungszüge schufen Verbindungen. Römische Güter gelangten so weit über die eigentlichen Grenzen des Imperiums hinaus.

Statussymbole sind dabei besonders aufschlussreich. Sie zeigen, dass germanische Anführer römische Objekte bewusst zur Demonstration ihrer Macht einsetzten.

Einordnung durch Fachleute steht noch aus

Eine abschließende wissenschaftliche Bewertung der Lingener Funde liegt noch nicht vor. Archäologen müssen die Objekte zunächst datieren und mit vergleichbaren Funden abgleichen. Erst dann lässt sich sagen, ob es sich um Handelsgüter, Kriegsbeute oder direkte Hinterlassenschaften römischer Soldaten handelt.

Die geografische Nähe zu Kalkriese macht die Funde besonders interessant. Sie zeigen bereits: Das Emsland war in der Römerzeit kein leerer Fleck auf der Landkarte.

Emsland und die Römerzeit

Die Funde aus Lingen-Bramsche ergänzen das Bild einer Region, die vor rund 2000 Jahren mitten im Kontaktgeschehen zwischen Römern und Germanen lag. Die Kontaktzone war offenbar breiter als bislang angenommen. Weitere Ausgrabungen dürften in den kommenden Monaten Klarheit bringen.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"