Radwege bei Bissendorf und Melle: Baubeginn erst 2028

Wer zwischen Bissendorf und Melle mit dem Fahrrad unterwegs ist, fährt noch Jahre lang ohne neuen Radweg. Zwei geplante Projekte in dieser Region werden erst 2028 realisiert. Das geht aus aktuellen Planungsständen des Landkreises Osnabrück hervor.
Lange Wartezeit für Radfahrer
Der Landkreis Osnabrück hatte den Bau eines Radwegs entlang der Kreisstraße 228 zwischen Bissendorf und Melle angekündigt. Die Strecke ist rund vier Kilometer lang. Das Land Niedersachsen fördert das Projekt. Doch der Baubeginn lässt auf sich warten.
Auch ein weiterer neuer Radweg in Melle, der in Richtung der nordrhein-westfälischen Landesgrenze führen soll, ist Teil der Planungen. Beide Vorhaben sind im Investitionsprogramm des Landkreises verankert. Realisiert werden sie jedoch frühestens im Jahr 2028.
Für viele Pendler und Freizeitradfahrer ist das eine schlechte Nachricht. Die betroffenen Strecken gelten als unkomfortabel und teils gefährlich. Alternativen auf sicheren Wegen sind kaum vorhanden.
Landkreis investiert 2,5 Millionen Euro in Radwege
Der Landkreis Osnabrück hat seinen Einsatz für den Radverkehr zuletzt deutlich erhöht. Im Jahr 2024 kündigte er an, 2,5 Millionen Euro in den Ausbau von Radwegen zu investieren. Das war nach eigenen Angaben deutlich mehr als in den Vorjahren. Insgesamt waren damals neun Bauprojekte im Landkreis geplant.
Der Hintergrund für das stärkere Engagement liegt einige Jahre zurück. Der Fahrrad-Club ADFC hatte den Zustand der Radwege im Osnabrücker Land massiv kritisiert. Der Landkreis reagierte und brachte vor rund zwei Jahren ein umfassendes Radverkehrskonzept auf den Weg.
Zehn neue Hauptrouten als Rückgrat des Netzes
Im Dezember 2025 stellte der Landkreis die Kernstücke dieses Konzepts vor. Geplant sind zehn neue Hauptrouten für den Radverkehr im gesamten Osnabrücker Land. Sie sollen das Rückgrat eines modernen Radwegenetzes bilden.
Die Routen verbinden Städte und Gemeinden miteinander. Sie sollen Alltagsradlern sichere und direkte Verbindungen bieten. Details zu den einzelnen Trassen erarbeitet der Landkreis schrittweise.
Melle als Schwerpunkt im Netz
Melle spielt in der Radwegeplanung des Landkreises eine zentrale Rolle. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren selbst an ihrem Radwegenetz gearbeitet. Bereits 2022 wurden dort zwei neue Radwege gebaut. Lücken im Netz bestehen jedoch weiterhin.
Ein Radweg von Melle bis zur Grenze nach Nordrhein-Westfalen würde eine wichtige überregionale Verbindung schaffen. Für Pendler, die zwischen den Bundesländern radeln, fehlt bislang eine durchgehende sichere Strecke.
Bissendorf ebenfalls betroffen
Auch die Gemeinde Bissendorf wartet auf bessere Radinfrastruktur. Die Kreisstraße 228 verbindet Bissendorf mit Melle. Entlang dieser viel befahrenen Straße fehlt ein eigenständiger Radweg. Die Förderung durch das Land Niedersachsen ist bereits gesichert. Die Umsetzung bleibt jedoch an die Planungskapazitäten und Haushaltsmittel gebunden.
Fazit: Konzept steht, Umsetzung braucht Zeit
Der Landkreis Osnabrück hat beim Radverkehr klare Ziele formuliert. Das Konzept mit zehn Hauptrouten ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die erhöhten Investitionen zeigen, dass das Thema ernst genommen wird.
Doch für die Radfahrer zwischen Bissendorf und Melle bleibt die Lage bis 2028 unverändert. Sie müssen weiter auf den Ausbau warten. Planungsvorhaben und tatsächlicher Bau klaffen im Landkreis Osnabrück noch deutlich auseinander.



