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Pulslaser reinigt 400 Jahre altes Mauerwerk in Osnabrück

Ein leichter Brandgeruch liegt in der Luft. Alexander Frontzek richtet seinen Pulslaser auf die Wand einer Brücke aus dem 17. Jahrhundert. Das Ziel: Graffiti, das Unbekannte auf das historische Mauerwerk gesprüht haben. Der Ort liegt mitten in Osnabrück, unterhalb des Nussbaum-Hauses.

Historisches Bauwerk im Visier von Sprühern

Die Brücke stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sie gilt als Kulturdenkmal und steht unter dem Schutz des Denkmalamts der Stadt Osnabrück. Trotzdem haben Unbekannte das Mauerwerk mit Farbe beschädigt. Solche Taten gelten rechtlich als Sachbeschädigung. In manchen Fällen kommen weitere Straftatbestände hinzu.

Das Nussbaum-Haus im Herzen der Osnabrücker Altstadt ist vielen Bürgern bekannt. Die Brücke darunter ist dagegen weniger im Blickfeld der Öffentlichkeit. Genau das machen sich Täter offenbar zunutze. Das Denkmalamt musste handeln.

Warum das Denkmalamt auf den Laser setzt

Chemische Reinigungsmittel scheiden bei altem Mauerwerk oft aus. Sie können das empfindliche Material angreifen oder verfärben. Das Denkmalamt entschied sich deshalb für eine schonendere Methode: den Pulslaser.

Fachmann Alexander Frontzek übernimmt die Reinigung. Sein Gerät arbeitet mit gezielten Lichtimpulsen. Der Laser trägt die Farbe Schicht für Schicht ab. Das darunter liegende Mauerwerk bleibt dabei unbeschädigt. Die Methode gilt in der Denkmalpflege als besonders materialschonend.

Der Einsatz von Lasertechnik bei der Restaurierung historischer Bauten ist kein Einzelfall. Bundesweit greifen Denkmalämter auf dieses Verfahren zurück, wenn konventionelle Methoden zu risikoreich sind. Für ein Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert ist präzises Arbeiten entscheidend.

Graffiti in Osnabrück: Ein bekanntes Problem

Der Vorfall an der historischen Brücke steht nicht allein. Bereits im Februar 2022 forderte die Mehrheitsgruppe im Osnabrücker Stadtrat aus Grünen, SPD und Volt ein entschlosseneres Vorgehen gegen illegale Schmierereien. Betroffen waren damals vor allem Quartiere der Innenstadt und einzelne Stadtteile.

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Im März 2022 griff die FDP/UWG-Gruppe das Thema erneut auf. Die Gruppe schlug vor, den VfL Osnabrück und das Fanprojekt in die Erarbeitung eines Graffiti-Konzepts einzubeziehen. Hintergrund: Aus Teilen der Fanszene des Fußballvereins soll besonders intensiv Sachbeschädigung betrieben worden sein.

Ein stadtweites Konzept gegen illegale Graffiti ist seitdem in Diskussion. Konkrete Ergebnisse sind bislang nicht öffentlich bekannt.

Denkmalpflege braucht Schutz und Prävention

Der Fall am Nussbaum-Haus zeigt: Der Schutz historischer Bausubstanz erfordert nicht nur handwerkliches Können. Er kostet auch Zeit und Geld. Die Lasertechnik ist effektiv, aber aufwendig. Jede Reinigung bindet Personal und Ressourcen des Denkmalamts.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz macht bundesweit auf die Gefährdung historischer Bauten aufmerksam. Illegale Graffiti zählen dabei zu den häufigen Problemen. Besonders gefährdet sind Objekte, die abseits stark frequentierter Wege liegen und damit wenig im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen.

Fazit

Das Osnabrücker Denkmalamt setzt bei der Brücke unter dem Nussbaum-Haus auf das richtige Werkzeug. Der Pulslaser schützt das historische Mauerwerk vor weiteren Schäden durch eine unsachgemäße Reinigung. Der eigentliche Schaden aber ist bereits entstanden: Ein 400 Jahre altes Kulturdenkmal wurde mutwillig beschädigt. Wer dahinter steckt, ist bislang nicht bekannt. Die Kosten der Reinigung trägt die Allgemeinheit.

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