Pötter verteidigt Doppelrolle beim VfL Osnabrück
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Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) lehnt einen Rückzug aus dem Aufsichtsrat des VfL Osnabrück ab. Einen Interessenkonflikt sehe sie nicht. Damit reagiert sie auf eine Forderung der Grünen-Ratsfraktion, die seit Tagen Druck auf die Stadtchefin ausübt.
Grüne kritisieren Pötters Doppelrolle
Der Kern des Streits ist die Eigentümerschaft der Stadt am VfL-Stadion an der Bremer Brücke. Die Stadt Osnabrück hat das Stadion vor einigen Monaten übernommen. Pötter vertritt die Stadt in der Gesellschafterversammlung der Bremer Brücke Stadion GmbH und Co. KG und sitzt im Beirat derselben Gesellschaft.
Gleichzeitig ist Pötter als Privatperson Mitglied im Aufsichtsrat des VfL Osnabrück. Genau diese Konstellation kritisieren die Grünen. Stadt und Verein stehen in einem Mietverhältnis. Die OB sitzt damit auf beiden Seiten des Tisches.
Die Grünen-Fraktion im Osnabrücker Stadtrat sieht darin die Gefahr von Interessenkonflikten und fordert Pötter auf, ihr Mandat im VfL-Aufsichtsrat niederzulegen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Fraktion diesen Punkt anspricht. Bereits im Februar 2022 hatten die Grünen auf mögliche Interessenkonflikte durch Pötters verschiedene Funktionen hingewiesen.
Pötter weist Vorwürfe zurück
Die Oberbürgermeisterin reagierte auf die Forderung mit einer klaren Absage. Einen Interessenkonflikt sieht sie in ihrer Doppelrolle nicht. Details zu ihrer Begründung wurden bislang nicht vollständig öffentlich gemacht.
Pötter hält offenbar an beiden Positionen fest. Weder ihr Amt in der Stadion-Gesellschaft noch ihren Sitz im VfL-Aufsichtsrat will sie aufgeben.
Politischer Streit mit Geschichte
Der Konflikt zwischen den Grünen und der CDU-Oberbürgermeisterin schwelt schon länger. Die Übernahme des Stadions durch die Stadt hat die Frage der Rollenverteilung neu entfacht. Wer für die Stadt verhandelt, sollte nach Ansicht der Grünen kein gleichzeitiges Mandat auf Vereinsseite innehaben.
Die Bremer Brücke ist eng mit der Identität des VfL Osnabrück verknüpft. Der Verein spielt dort seit Jahrzehnten. Die Stadtgesellschaft verfolgt den Streit um die Doppelrolle der OB daher mit besonderem Interesse.
Die Grünen haben angekündigt, das Thema weiter zu verfolgen.
Grundsatzfrage offen
Die Auseinandersetzung wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie viel Nähe zwischen städtischer Aufsicht und Vereinsinteressen ist vertretbar? Pötter sieht kein Problem, die Grünen sehen das Gegenteil. Vorerst bringt nur eine politische Entscheidung Klärung.



