Osnabrücker Peter van Pels bekommt seine eigene Oper
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Peter van Pels war kein Unbekannter, aber lange nur eine Randfigur. Millionen Menschen kennen ihn aus Anne Franks Tagebuch. Nun rückt das Theater Osnabrück ihn in den Mittelpunkt: Am 19. September 2026 feiert die Oper „Peter van Pels“ ihre Uraufführung. Es ist der Saisonauftakt der Spielzeit 2026/27.
Ein Osnabrücker im Amsterdamer Versteck
Peter van Pels wurde in Osnabrück geboren. 1937 floh er zusammen mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten nach Amsterdam. Dort traf er auf die Familie Frank. Beide Familien versteckten sich gemeinsam im sogenannten Hinterhaus.
Acht Menschen lebten dort jahrelang im Verborgenen. Peter und Anne Frank verband mehr als die erzwungene Enge des Verstecks. Anne schrieb in ihrem Tagebuch über ihre Zuneigung zu ihm. Diese Zeilen machten ihn weltbekannt, ohne ihm ein eigenes Gesicht zu geben.
Am 4. August 1944 wurden die Untergetauchten entdeckt und verhaftet. Der letzte Zug von Westerbork nach Auschwitz fuhr am 3. September 1944 ab. Er transportierte 1.019 Juden, darunter beide Familien. Zwei Tage später erreichte der Zug Auschwitz. An der Rampe wurden Männer und Frauen getrennt. Es war das letzte Mal, dass sie sich sahen.
Ein Auftragswerk zum 100. Geburtstag
Das Theater Osnabrück hat die Oper in Auftrag gegeben. Komponist ist Anno Schreier, das Libretto stammt von Joscha Schaback. Gemeinsam zeichnen sie den Lebensweg des Osnabrücker Jugendlichen nach.
Der Anlass ist konkret: Im Jahr 2026 wäre Peter van Pels 100 Jahre alt geworden. Ulrich Mokrusch, der sich intensiv mit seiner Geschichte beschäftigt hat, betonte in einem Gespräch, van Pels sei zwar durch Anne Franks Tagebuch bekannt, seine eigene Geschichte aber kaum erzählt worden.
Theater Osnabrück mit starker Auslastung
Die Uraufführung fällt in eine Phase, in der das Theater Osnabrück gut besucht ist. Bis April 2025 verzeichnete das Haus eine Auslastung von 83,5 Prozent. Auch im Konzertbereich legten die Besucherzahlen deutlich zu.
Die Geschichte, die die Oper erzählt, beginnt in Osnabrück und endet in den Konzentrationslagern des Zweiten Weltkriegs.
Eine kurze, tragische Biografie
Peter van Pels war noch ein Teenager, als er verhaftet wurde. Über sein genaues Schicksal nach der Deportation ist wenig bekannt. Er überlebte den Holocaust nicht.
Anne Frank starb im Februar oder März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Ihr Tagebuch wurde nach dem Krieg von ihrem Vater Otto Frank veröffentlicht. Es ist eines der meistgelesenen Bücher der Welt. Peter van Pels blieb darin eine Figur am Rand.
Uraufführung als Gedenkakt
Das Theater Osnabrück gibt Peter van Pels mit dieser Oper eine eigene Stimme. Zum 100. Geburtstag eines Osnabrückers, dessen Leben durch Verfolgung und Mord ausgelöscht wurde, ist das eine Geste der Erinnerung. Die Uraufführung am 19. September 2026 ist ein Akt des Gedenkens an einen Menschen, der aus seiner Heimatstadt vertrieben wurde und nicht zurückkehrte.



