Osnabrücker Jeside erinnert an Genozid: Zwölf Jahre nach dem IS-Terror
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Mekhael Rasho lebt heute in Osnabrück. Zwölf Jahre liegt der Beginn des Genozids an den Jesiden zurück. Am 3. August 2014 verübte der Islamische Staat einen der schwersten Angriffe auf die jesidische Gemeinschaft im Nordirak. Rasho hat den Terror überlebt. Er berichtet von Flucht, Verlust und dem Leben danach.
Der Genozid und seine Folgen
Im Sommer 2014 rückte der Islamische Staat in die Region Sindschar im Nordirak vor. Die jesidische Minderheit geriet ins Visier der Terrororganisation. Tausende wurden getötet, verschleppt oder zur Flucht gezwungen. Frauen und Mädchen wurden versklavt. Die Vereinten Nationen erkannten die Verbrechen als Völkermord an.
Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit mit eigener Sprache, Kultur und Glaubenswelt. Ihr heiliger Ort ist das Tal von Lalisch im Nordirak. Dort trennt die Silat-Brücke den heiligen vom profanen Bereich. Für viele Jesiden ist Lalisch das spirituelle Zentrum ihrer Gemeinschaft, auch wenn sie weit entfernt leben.
Kurdische Volksverteidigungseinheiten und die PKK retteten damals viele Jesiden aus den Sindschar-Bergen. Ohne diesen Einsatz wären noch mehr Menschen dem IS-Terror zum Opfer gefallen.
Flucht nach Deutschland
Mekhael Rasho gehört zu jenen, die den Angriff überlebten und schließlich nach Deutschland kamen. In Osnabrück fand er Schutz und eine neue Heimat. Seine Geschichte steht stellvertretend für viele jesidische Familien, die in Niedersachsen und anderen Bundesländern Aufnahme fanden.
In Osnabrück lebt eine jesidische Gemeinschaft. Deren Mitglieder halten ihre Traditionen aufrecht, pflegen Kontakte in die alte Heimat und unterstützen sich gegenseitig. Der Jahrestag des Genozids gehört für viele zu den schwersten Tagen des Jahres.
Gedenken am 2. und 3. August
Am 2. und 3. August 2026 erinnerten Jesiden in Osnabrück an die Opfer des Genozids. Die Gedenkveranstaltungen boten Raum für Trauer und Erinnerung. Mekhael Rasho sprach dabei von dem, was er erlebt hat: Flucht, dem Verlust von Angehörigen und dem Weg in ein neues Leben.
Solche Gedenkveranstaltungen halten die Erinnerung wach. Sie machen deutlich, dass die Verbrechen des IS nicht vergessen werden.
Erinnerung als Verpflichtung
Zwölf Jahre nach dem Genozid ist die Lage der Jesiden im Nordirak noch immer schwierig. Viele sind nicht in ihre Heimatorte zurückgekehrt. Die Region Sindschar ist politisch umstritten, eine stabile Sicherheitslage fehlt.
In Deutschland leben mehrere zehntausend Jesiden. Viele kamen als Geflüchtete nach 2014. Niedersachsen nahm besonders viele von ihnen auf. Osnabrück gehört zu den Städten, in denen jesidisches Leben heute sichtbar ist.
Hoffnung trotz allem
Mekhael Rasho berichtet nicht nur von Schmerz. Er spricht auch von Hoffnung: von Kindern, die hier zur Schule gehen, von einer Gemeinschaft, die zusammenhält, und von dem Wunsch, dass die Welt die Verbrechen an den Jesiden anerkennt und aufarbeitet.
Dieser Wunsch treibt viele Überlebende an, öffentlich zu sprechen. Auch in Osnabrück, auch zwölf Jahre nach dem Beginn des Genozids.
Fazit
Das Gedenken am 2. und 3. August erinnert daran, was jesidische Familien wie die von Mekhael Rasho durchgemacht haben. Ihre Geschichte ist Teil der Stadtgeschichte Osnabrücks. Das Erinnern gilt den Opfern und den Überlebenden.



