Politik

Niedersachsen plant 88 Millionen Euro für Osnabrücker Kommunen

Das Niedersächsische Kabinett hat einen Gesetzentwurf zur Förderung kommunaler Infrastruktur beschlossen. Für die Stadt Osnabrück sieht das geplante Gesetz mehr als 88 Millionen Euro vor. Der Landkreis Osnabrück soll sogar rund 205 Millionen Euro erhalten. Das Geld stammt aus dem Bundessondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität.

Milliarden aus Berlin fließen in die Länder

Der Bund stellt Niedersachsen aus seinem Sondervermögen insgesamt rund 9,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Landesregierung will davon 50 Prozent, also rund 4,7 Milliarden Euro, direkt an die niedersächsischen Kommunen weitergeben. Das soll über das neue Kommunalinfrastrukturfördergesetz, kurz NKomInfraFöG, geregelt werden. Weitere 10 Prozent des Landesanteils plant die Landesregierung für Maßnahmen zu verwenden, die auch im Interesse der Kommunen liegen.

Das Kabinett hat den Gesetzentwurf am 26. Mai 2026 zur weiteren Beratung freigegeben. Der Entwurf muss nun den Landtag passieren, bevor die Mittel offiziell zugeteilt werden können.

Osnabrück bekommt eigenes Budget

Der Osnabrücker SPD-Landtagsabgeordnete Frank Henning erläutert das Kernprinzip des geplanten Gesetzes: Jede niedersächsische Kommune soll ein eigenes, fest zugewiesenes Budget erhalten. Für die Stadt Osnabrück sind demnach über 88,1 Millionen Euro eingeplant. Der Landkreis Osnabrück soll rund 205 Millionen Euro bekommen.

Die Mittel sind flexibel einsetzbar. Förderfähig sind Investitionsmaßnahmen, die seit dem 1. Januar 2025 begonnen wurden. Als Abschlussfrist gilt der 31. Dezember 2042. Den Kommunen bleibt damit ein langer Planungshorizont.

Breites Einsatzspektrum für die Fördergelder

Das Fördergeld kann in verschiedene Bereiche der kommunalen Infrastruktur fließen. Dazu zählen Straßen, Schulgebäude, Sportstätten und digitale Infrastruktur. Auch der Breitbandausbau steht auf der Agenda. Im Landkreis Osnabrück haben bereits 34 Kommunen ein gemeinsames Gigabit-Netz auf den Weg gebracht. Dieses Projekt hat ein Volumen von rund 114 Millionen Euro.

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Zusätzlich zu den Mitteln aus dem neuen Gesetz bewilligte die landeseigene Förderbank NBank für 2025 rund 88,8 Millionen Euro für Stadt und Landkreis Osnabrück. Diese Gelder stammen aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln und kommen Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen zugute.

Kommunen erhalten mehr Eigenverantwortung

Das Prinzip des neuen Gesetzes setzt auf kommunale Eigenverantwortung. Anders als bei klassischen Förderprogrammen müssen die Städte und Gemeinden keine aufwendigen Einzelanträge stellen. Sie erhalten ihr Budget pauschal und können es nach lokalen Prioritäten einsetzen. Das soll Planungssicherheit schaffen und Bürokratie reduzieren.

Für finanziell angespannte Kommunen ist das ein wichtiges Signal. Viele Städte und Gemeinden im Landkreis Osnabrück haben in den vergangenen Jahren Investitionen aufgeschoben. Mit den neuen Mitteln könnten diese Rückstände schrittweise abgebaut werden.

Fazit: Große Summen, langer Weg

Die geplanten Investitionen sind beachtlich. Allein für die Region Osnabrück stehen in den kommenden Jahren mehrere hundert Millionen Euro in Aussicht. Bis das Geld tatsächlich verbaut ist, müssen aber noch mehrere Hürden genommen werden. Der Gesetzentwurf muss den Landtag passieren. Dann folgen Planung, Ausschreibung und Umsetzung vor Ort. Die Zeit bis 2042 klingt lang. Doch wer die Abläufe in Kommunalverwaltungen kennt, weiß: Sie wird gebraucht.

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