Landkreis Osnabrück hält an Schulsozialarbeit fest
Der Landkreis Osnabrück steckt in der Haushaltsklemme. Die Kassen sind weitgehend leer, und Kämmerin Bärbel Rosensträter sieht keine schnelle Entspannung. Dennoch will der Landkreis seinen Anteil an der Schulsozialarbeit nicht streichen. Gymnasien, Förderschulen und Grundschulen sollen weiterhin von dem Angebot profitieren.
Angespannte Finanzlage im Landkreis
Kreisrätin Bärbel Rosensträter hat die Haushaltszahlen dem Ausschuss für Finanzen und Wirtschaft vorgestellt. Das Bild ist düster. Die finanzielle Situation wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht wesentlich verbessern. Der Landkreis muss an vielen Stellen sparen.
Trotzdem setzt die Kreisverwaltung in diesem Punkt ein klares Zeichen. Die Schulsozialarbeit soll nicht dem Rotstift zum Opfer fallen. Das ist eine bewusste Prioritätsentscheidung. Soziale Angebote an Schulen gelten als wichtiger Pfeiler der Bildungslandschaft im Osnabrücker Land.
Was Schulsozialarbeit leistet
Schulsozialarbeit unterstützt Kinder und Jugendliche direkt im Schulalltag. Fachkräfte helfen bei persönlichen Problemen, Konflikten und sozialen Schwierigkeiten. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die besondere Unterstützung brauchen.
Im Landkreis Osnabrück ist die AWO ein wichtiger Partner in diesem Bereich. Der Kreisverband bietet Schulsozialarbeit und Schulassistenz an mehreren Schulen an. Ziel ist Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe. Kinder mit emotional-sozialen oder körperlichen Beeinträchtigungen erhalten dabei besondere Unterstützung.
Die Bildungslandschaft im Osnabrücker Land gilt als gut vernetzt. Landkreis, Städte, Gemeinden und freie Träger arbeiten zusammen. Schulsozialarbeit ist ein Teil dieses Netzwerks. Sie wirkt dort, wo Lehrkräfte an ihre Grenzen stoßen.
Beschluss soll Kontinuität sichern
Der Landkreis will nun offiziell beschließen, seinen Finanzierungsanteil beizubehalten. Das soll Planungssicherheit für die Schulen schaffen. Ohne eine verlässliche Förderung wäre das Angebot gefährdet.
Der Blick in die Nachbarschaft zeigt, wie schwierig die Lage bundesweit ist. Der Landkreis Diepholz etwa finanziert die Schulsozialarbeit allein, weil das Land Niedersachsen seine gesetzliche Verpflichtung bisher nicht erfüllt. Auch in anderen Regionen kämpfen Kommunen darum, soziale Angebote an Schulen zu erhalten.
Land Niedersachsen in der Pflicht
Die Frage der Finanzierungsverantwortung ist politisch heiß umstritten. Kommunen und Landkreise zahlen häufig aus eigener Tasche, obwohl das Land in der Pflicht stünde. Im Landkreis Osnabrück läuft die Finanzierung über eine geteilte Verantwortung zwischen Landkreis und weiteren Partnern.
Wie hoch der konkrete Kostenanteil des Landkreises ist, hat die Kreisverwaltung bisher nicht öffentlich beziffert. Die Entscheidung, das Programm fortzuführen, signalisiert aber: Bildung und soziale Unterstützung gelten als nicht verhandelbar.
Bildung als Investition verstehen
Der Landkreis Osnabrück betont seit Jahren, dass Bildung ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region ist. Dieses Selbstverständnis schlägt sich nun in der Haushaltsentscheidung nieder. Auch unter Spardruck sollen Kinder und Jugendliche nicht auf Unterstützung verzichten müssen.
Schulsozialarbeit ist kein Luxus. Sie verhindert, dass Probleme eskalieren, Schüler abgehängt werden oder Schulabbrüche passieren. Der gesellschaftliche Folgeaufwand wäre ungleich teurer, wenn diese Frühintervention wegfiele.
Fazit
Der Landkreis Osnabrück setzt mit dieser Entscheidung ein klares Signal. Selbst in einer schwierigen Haushaltssituation schützt er ein Kernangebot für Kinder und Jugendliche. Die Fortführung der Schulsozialarbeit an Gymnasien, Förderschulen und Grundschulen ist eine politische Weichenstellung mit spürbaren Folgen im Schulalltag. Ob der Haushalt das dauerhaft trägt, wird die Kreispolitik in den kommenden Jahren beschäftigen.



