Kupferdiebe vor Gericht: Windpark-Raub mit 130.000 Euro Schaden

Zwei Männer stehen wegen Kupferdiebstahls aus Windkraftanlagen vor Gericht. Sie sollen nachts in Windparks eingebrochen sein und dort Kupferkabel im Wert von rund 130.000 Euro gestohlen haben. Der Fall steht exemplarisch für eine Serie ähnlicher Taten in Niedersachsen.
Einbrüche in Windkraftanlagen: Ein lukratives Ziel
Windkraftanlagen enthalten erhebliche Mengen Kupfer. In den Kabeln, die Strom von der Gondel zum Boden leiten, stecken oft mehrere Hundert Kilogramm des wertvollen Metalls. Für Diebe sind diese Anlagen attraktive Ziele. Der Kupferpreis befindet sich derzeit auf Rekordhöhe. Das macht die Beute besonders wertvoll.
Das Landeskriminalamt Niedersachsen beobachtet seit geraumer Zeit eine deutliche Zunahme solcher Taten. Bislang hatten Kupferdiebe vor allem Bahnleitungen gekappt oder Rohre von Baustellen gestohlen. Inzwischen geraten Windparks verstärkt ins Visier organisierter Banden. Die Schäden gehen regelmäßig in die Hunderttausende Euro.
Meppen bereits mehrfach betroffen
Im Landkreis Emsland ist das Problem seit Längerem bekannt. In Meppen wurden bereits im Jahr 2024 gleich zweimal innerhalb weniger Wochen große Mengen Kupferkabel aus Windrädern gestohlen. Der Schaden belief sich dabei auf rund 300.000 Euro. Die Polizei prüfte damals, ob beide Fälle zusammenhängen.
Auch in anderen Teilen Niedersachsens häufen sich die Fälle. Im November 2024 meldete die Polizei einen Kupferdiebstahl aus Windkraftanlagen mit einem Schaden von rund 150.000 Euro. Im Januar 2025 verursachten Diebe in Sachsen bei einem ähnlichen Einbruch einen Schaden von 170.000 Euro. Im November 2025 wurden erneut Kabel aus Windparks und Photovoltaikanlagen gestohlen, der Wert der Beute: rund 130.000 Euro.
Professionelles Vorgehen der Täter
Die Ermittler gehen von einer professionellen Vorgehensweise aus. Die Täter brechen meist nachts in die Anlagen ein. Sie kennen die technischen Gegebenheiten und handeln schnell. Für das Durchtrennen und Abtransportieren schwerer Kabel ist Werkzeug und Logistik nötig. Das deutet auf organisierte Strukturen hin.
Das gestohlene Kupfer wird in der Regel an Schrotthändler oder ins Ausland verkauft. Eine Rückverfolgung ist schwierig. Die Betreiber der Windkraftanlagen bleiben auf enormen Kosten sitzen. Neben dem Materialwert fallen teure Reparaturen und Ausfallzeiten an. Eine Anlage kann tagelang stillstehen, bis der Schaden behoben ist.
Polizei sieht überregionale Serien
Das LKA Niedersachsen hat die Ermittlungen koordiniert. Die Behörde sieht klare Hinweise auf serielle Tätergruppen. Diese agieren überregional und suchen sich Windparks gezielt aus. Abgelegene Standorte, wenig Beleuchtung und lange Reaktionszeiten der Polizei spielen den Tätern in die Hände.
Windparkbetreiber reagieren mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen. Bewegungsmelder, Kameras und Alarmanlagen werden nachgerüstet. Doch vollständiger Schutz ist kaum möglich. Die Anlagen stehen meist in der Fläche, weit entfernt von Siedlungen.
Prozess als Signal an organisierte Kriminalität
Der nun laufende Prozess gegen die beiden Männer ist ein wichtiges Signal. Kupferdiebstahl aus Windkraftanlagen ist kein Bagatelldelikt. Die Täter richten wirtschaftlichen Schaden in großem Ausmaß an. Zudem gefährden sie die Energieversorgung, wenn Anlagen ausfallen.
Verurteilungen können abschreckend wirken. Ob das ausreicht, die Serie zu stoppen, ist fraglich. Solange der Kupferpreis hoch bleibt und die Anlagen schlecht gesichert sind, bleiben Windparks ein lohnendes Ziel für organisierte Täter.
Fazit
Der Prozess gegen die beiden Angeklagten rückt ein wachsendes Problem ins Bewusstsein. Kupferdiebstahl aus Windkraftanlagen verursacht Millionenschäden und gefährdet die Betreiber wirtschaftlich. Niedersachsen ist besonders stark betroffen. Ermittlungsbehörden und Anlagenbetreiber sind gefordert, gemeinsam wirksame Schutzmaßnahmen zu entwickeln.



