Katholische Kirche im Südkreis: Umbau unter Sparzwang
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Weniger Mitglieder, weniger Geld, ältere Gebäude: Die katholische Kirche im Osnabrücker Südkreis steht vor einem Umbruch. Das Bistum Osnabrück hat große Umstrukturierungen angekündigt. Betroffen sind die Stadt, der Südkreis, Melle und Bissendorf. Ein Prozess, der viele Fragen aufwirft.
Bistum kann nicht alles halten
Generalvikar Ulrich Beckwermert hat die Lage klar beschrieben. Das Bistum werde nicht alle Gebäude und personellen Angebote auf Dauer finanzieren können. Das sagte er bei einer Pressekonferenz in Osnabrück. Die Finanzdirektorin des Bistums ergänzte: Die Kosten werden auch künftig stärker steigen als die Einnahmen.
Das Bistum Osnabrück gehört zu den ältesten kirchlichen Institutionen der Region. Karl der Große gründete es zwischen 780 und 800 als Missionsbistum im Sachsenland. Mehr als 1.200 Jahre später kämpft es mit den Realitäten des 21. Jahrhunderts.
Bereits 2020 mussten die Pfarreien im Bistum mit zehn Prozent weniger Geld auskommen. Damals waren es Corona-bedingte Kirchensteuerausfälle. Seitdem hat sich die Lage strukturell nicht verbessert.
Sparkurs zeigt erste Wirkung
Das Bistum berichtete Anfang 2025 von ersten Erfolgen seines Sparkurses. Das Bewusstsein für knappe Mittel sei in den Gemeinden angekommen. Doch das reicht nicht. Die grundlegenden Probleme bleiben bestehen: Mitgliederzahlen sinken, Kirchensteuereinnahmen gehen zurück.
Im Dekanat Osnabrück-Nord zeigt sich dasselbe Bild. In Merzen, Neuenkirchen und Voltlage stehen Gemeinden vor dem gleichen Umbruch. Dort werden die Gläubigen aktiv in den Prozess einbezogen. Ein Modell, das auch für den Südkreis denkbar ist.
Gläubige beteiligen sich digital
Trotz aller Herausforderungen gibt es Zeichen aktiver Beteiligung. Bei den jüngsten Kirchenvorstandswahlen im Südkreis war die Beteiligung hoch. Erstmals wurde eine Online-Abstimmung angeboten. Das Ergebnis: Weniger als fünf Prozent der Wähler nutzten am 10. März den klassischen Wahlzettel. Die große Mehrheit stimmte digital ab.
Das zeigt: Die Bereitschaft, sich einzubringen, ist vorhanden. Digitale Angebote kommen an. Für die Kirche ist das ein Signal, auch in anderen Bereichen neue Wege zu gehen.
Gebäude und Personal im Fokus
Die zentralen Fragen lauten: Welche Gebäude bleiben erhalten? Wo gibt es künftig noch hauptamtliches Personal? Und welche Angebote können Gemeinden selbst tragen? Diese Fragen stellen sich im Südkreis genauso wie andernorts im Bistum.
Kirchliche Immobilien sind ein großer Kostenfaktor. Bundesweit besitzt die Kirche einen enormen Bestand an Liegenschaften und Gebäuden. Deren Unterhalt verschlingt erhebliche Mittel. Im Bistum Osnabrück müssen Prioritäten gesetzt werden. Nicht jede Kirche, nicht jedes Gemeindehaus kann langfristig offen bleiben.
Fazit: Strukturwandel ist unausweichlich
Die katholische Kirche im Osnabrücker Südkreis steht vor einem Jahrzehnt des Wandels. Der Sparkurs des Bistums ist keine kurzfristige Maßnahme. Er ist die Antwort auf einen dauerhaften Trend. Weniger Menschen zahlen Kirchensteuer, weniger Geld fließt in die Gemeinden.
Entscheidend wird sein, wie die Kirche vor Ort mit diesem Wandel umgeht. Gemeinden, die ihre Mitglieder früh einbinden und digitale Wege nutzen, haben bessere Chancen. Der Südkreis hat gezeigt, dass beides möglich ist. Jetzt müssen aus Signalen Entscheidungen werden.



