Bildung

IHK-Umfrage: Neue Azubis in Osnabrück starten positiv

Die meisten neuen Auszubildenden in der Region Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim sind zufrieden in ihre Ausbildung gestartet. Das zeigt eine Umfrage der IHK Osnabrück, die im September 2025 durchgeführt wurde. Befragt wurden Ausbildungsanfänger, die seit dem 1. August 2025 in regionalen Betrieben tätig sind.

Berufswahl stimmt für die meisten

Ein Großteil der befragten Azubis ist mit der getroffenen Berufswahl glücklich. Die jungen Menschen fühlen sich in ihrem gewählten Berufsfeld gut aufgehoben. Das ist ein positives Signal für die Betriebe der Region.

Allerdings zeigt die Umfrage auch: Nicht jeder konnte seinen eigentlichen Wunschberuf verwirklichen. Etwa ein Viertel der Befragten startete in einen Beruf, der nicht ihrer ersten Wahl entsprach. Diese jungen Menschen haben sich dennoch für eine Ausbildung entschieden, statt auf ihren Traumberuf zu warten.

Eltern spielen wichtige Rolle bei der Berufswahl

Die IHK-Umfrage liefert auch Erkenntnisse darüber, wie Azubis ihren Ausbildungsplatz gefunden haben. Eltern sind dabei ein zentraler Faktor. Sie gelten als wichtige Ratgeber bei der Berufsorientierung. Ihr Einfluss auf die Entscheidung der Jugendlichen ist nach wie vor erheblich.

Das hat Konsequenzen für die Nachwuchsgewinnung der Betriebe. Wer als Arbeitgeber junge Menschen erreichen will, sollte auch deren Eltern ansprechen. Informationsveranstaltungen, Tage der offenen Tür und direkte Ansprache der Familien können entscheidend sein.

Zufriedenheit im bundesweiten Vergleich

Die regionalen Ergebnisse stehen nicht allein. Auch bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild. Laut dem DGB-Ausbildungsreport 2025 sind über 70 Prozent der Azubis in Deutschland zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Ausbildung. Für Niedersachsen und Bremen liegt der Wert bei 72,2 Prozent, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

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Die Zufriedenheit variiert jedoch je nach Branche deutlich. In manchen Bereichen sind die Bedingungen besser, in anderen schlechter. Überstunden, Konflikte im Betrieb und mangelnde Ausbildungsqualität sind Gründe, die bundesweit zu Ausbildungsabbrüchen führen. Drei von zehn Azubis beenden ihre Ausbildung laut aktuellen Berichten vorzeitig.

Fachkräftemangel macht Ausbildung wichtiger denn je

Die Wirtschaft in der Region Osnabrück kämpft wie ganz Deutschland mit dem Fachkräftemangel. Gut ausgebildeter Nachwuchs ist für viele Betriebe existenziell. Umso wichtiger ist es, dass Azubis ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und im Betrieb bleiben.

Ein weiteres Problem: Viele Azubis wissen nicht, ob sie nach ihrer Ausbildung übernommen werden. Diese Unsicherheit belastet das Ausbildungsverhältnis. Betriebe, die frühzeitig klare Perspektiven bieten, haben einen Vorteil bei der Bindung junger Fachkräfte.

IHK als Bindeglied zwischen Betrieb und Azubi

Die IHK Osnabrück führt solche Umfragen regelmäßig durch, um den Puls der Ausbildungslandschaft zu messen. Die Ergebnisse helfen Betrieben, ihre Ausbildungsqualität zu verbessern. Gleichzeitig liefern sie der Kammer Daten für ihre Beratungsarbeit.

Die Umfrage vom September 2025 zeigt: Der Einstieg in die Ausbildung gelingt in der Region überwiegend gut. Die Grundlage ist also positiv. Ob die Zufriedenheit über die gesamte Ausbildungszeit anhält, hängt maßgeblich von den Betrieben ab.

Fazit: Guter Start, aber Luft nach oben

Die Ausbildungssituation in der Region Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim ist solide. Die Azubis starten motiviert und mit einer positiven Grundhaltung. Das ist eine gute Basis für eine erfolgreiche Ausbildung.

Dennoch bleibt Handlungsbedarf. Betriebe müssen Perspektiven bieten, Eltern aktiv einbinden und die Ausbildungsqualität hochhalten. Nur so lassen sich Abbrüche verhindern und dem Fachkräftemangel langfristig entgegenwirken.

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