IHK-Umfrage: Firmen in Niedersachsen klagen über Bürokratie
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Die Geduld der niedersächsischen Wirtschaft mit der kommunalen Verwaltung ist begrenzt. Eine Umfrage der sieben Industrie- und Handelskammern (IHK) in Niedersachsen zeigt: Eine Mehrheit der befragten Unternehmen sieht deutliche Defizite. Langwierige Entscheidungsprozesse und unklare Zuständigkeiten stehen im Mittelpunkt der Kritik.
Bürokratie als Investitionsbremse
Die IHKs haben die Umfrage gezielt vor den Kommunalwahlen veröffentlicht. Die Betriebe sehen kommunale Verwaltungsstrukturen als direkte Einflussgröße für ihre Investitionsentscheidungen.
Schnelle Genehmigungsverfahren, eindeutige Ansprechpartner und funktionierende digitale Angebote sind laut der Erhebung zentrale Voraussetzungen für Wachstum. Fehlen diese, zögern Unternehmen bei neuen Projekten oder verlagern sie in andere Regionen.
Auch die IHK Osnabrück-Emsland ist an der gemeinsamen Erhebung beteiligt. Für die Region Osnabrück und das Emsland ist das Ergebnis damit unmittelbar relevant. Beide Regionen gelten als wirtschaftsstarke Standorte mit einer dichten Unternehmenslandschaft aus Mittelstand und Industrie.
Forderungen der Wirtschaft
Die IHKs haben aus der Umfrage konkrete Forderungen abgeleitet.
Schnellere Genehmigungsverfahren
Unternehmen beklagen, dass Baugenehmigungen, Gewerbeanmeldungen und ähnliche Verfahren zu lange dauern. Lange Bearbeitungszeiten verzögern Projekte, verursachen Kosten und schaffen Planungsunsicherheit. Die Wirtschaft fordert feste Bearbeitungsfristen und personell ausreichend ausgestattete Ämter.
Klare Zuständigkeiten
Viele Betriebe berichten von unklaren Verantwortlichkeiten in der Verwaltung. Anfragen werden weitergeleitet, Ansprechpartner wechseln, Zuständigkeiten überlappen sich. Die IHKs fordern eindeutige Anlaufstellen, am besten in Form eines zentralen Unternehmensservice je Kommune.
Digitale Verwaltungsangebote ausbauen
Bei der Digitalisierung sehen die Unternehmen Nachholbedarf. Online-Portale für Behördengänge, digitale Antragstellung und elektronische Kommunikation mit Ämtern sind vielerorts noch nicht ausreichend entwickelt. Die IHKs argumentieren, dass Verbesserungen hier ohne große Investitionen in Personal oder Infrastruktur möglich wären.
Kommunalwahlen als politischer Druckpunkt
Der Zeitpunkt der Umfrage ist kein Zufall. Die IHKs wollen die Ergebnisse als Signal an die Kommunalpolitik verstanden wissen. Wer in Städten und Gemeinden Verantwortung übernimmt, soll wissen, was die lokale Wirtschaft erwartet.
Für Städte wie Osnabrück und Kreise wie das Emsland bedeutet das: Verwaltungsmodernisierung ist kein verwaltungsinternes Thema, sondern Wirtschaftspolitik. Jede Woche, die ein Genehmigungsverfahren länger dauert als nötig, kann eine Investitionsentscheidung kippen.
Die IHK Osnabrück-Emsland vertritt nach eigenen Angaben rund 60.000 Mitgliedsunternehmen in der Region.
Verwaltung muss Tempo machen
Die Botschaft der IHK-Umfrage ist eindeutig. Niedersachsens Kommunen müssen bei Verfahren, Zuständigkeiten und Digitalisierung besser werden. Die Forderung richtet sich an die künftigen Räte und Verwaltungsspitzen, die nach den Kommunalwahlen Verantwortung tragen. Für den Wirtschaftsstandort Osnabrück und Emsland ist das eine direkte Aufforderung zum Handeln.



