IGS Bramsche: Kreistag debattiert erneut über eigene Oberstufe
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Seit Jahren ist die Frage ungeklärt: Bekommt die Integrierte Gesamtschule Bramsche eine eigene gymnasiale Oberstufe? Der Kreistag des Landkreises Osnabrück hat das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Auslöser ist diesmal eine geplante Oberstufenreform des Landes Niedersachsen, die Schülerinnen und Schülern mehr Wahlfreiheit einräumen soll.
Ein Dauerthema kehrt zurück
Die Debatte um die Oberstufe an der IGS Bramsche ist nicht neu. Bereits 2019 forderten Elternvertreter der Schule Klarheit von den Kreistagsfraktionen. Ende 2021 beauftragte der Kreistag die Kreisverwaltung, die Angelegenheit zu prüfen. Seitdem ist das Thema nicht vom Tisch.
Die IGS Bramsche beschult Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 13. Allerdings kann eine solche Schule rechtlich auch ohne die Jahrgänge 11 bis 13 geführt werden. Genau das ist in Bramsche bislang der Fall: Eine eigene Oberstufe fehlt. Wer das Abitur anstrebt, muss die Schule nach der 10. Klasse wechseln.
Am 27. April diskutierte der Kreistag erneut über die Einrichtung einer eigenen Oberstufe. Hintergrund ist die angekündigte Reform der Oberstufenstruktur in Niedersachsen. Das Land will Schülerinnen und Schülern künftig mehr Flexibilität bei der Wahl ihrer Schule und ihres Abschlusses ermöglichen. Das gibt der Forderung nach einer IGS-Oberstufe in Bramsche neuen Auftrieb.
SPD wirft Grünen Wortbruch vor
Die SPD-Fraktion im Kreistag Osnabrück hatte zuletzt einen Antrag auf Einrichtung der Oberstufe gestellt. Die Fraktion wirft den Grünen vor, ein Wahlversprechen gebrochen zu haben. Im Kommunalwahlprogramm der Grünen für den Landkreis Osnabrück stand laut SPD in Zeile 1049 das klare Versprechen, sich für eine eigene Oberstufe an der IGS Bramsche einzusetzen.
Thomas Rehme, Vorsitzender der SPD/UWG-Gruppe im Kreistag, sprach von einer Täuschung der Wähler. Erwin Schröder, bildungspolitischer Sprecher der Gruppe, machte deutlich: Hätten die Grünen ihr Wahlversprechen eingehalten, gäbe es die Oberstufe längst. Ob und wie die Grünen auf diese Vorwürfe reagieren, war aus den vorliegenden Informationen nicht abschließend zu entnehmen.
Was eine eigene Oberstufe bedeuten würde
Eine gymnasiale Oberstufe an der IGS Bramsche würde den Schülerinnen und Schülern der Stadt und der umliegenden Gemeinden einen direkten Weg zum Abitur ermöglichen. Bisher müssen Jugendliche nach der 10. Klasse an eine andere Schule wechseln, zum Beispiel an ein Gymnasium im Landkreis.
Befürworter sehen darin einen Nachteil für Familien ohne eigenes Auto oder mit langen Schulwegen. Eine Oberstufe vor Ort würde die Chancengleichheit verbessern. Gegner verweisen dagegen auf Kosten, auf die Auslastung bestehender Oberstufen im Landkreis und auf organisatorische Herausforderungen beim Aufbau neuer Strukturen.
Niedersächsische Reform als möglicher Wendepunkt
Die geplante Oberstufenreform des Landes Niedersachsen könnte die Rahmenbedingungen verändern. Wenn das Land mehr Wahlfreiheit bei Schulformen und Abschlüssen einführt, könnten Schulträger wie der Landkreis Osnabrück leichter zusätzliche Oberstufenstandorte begründen. Ob die Reform tatsächlich kommt und wann sie in Kraft tritt, ist noch offen.
Der Kreistag hat die Kreisverwaltung bereits früher beauftragt, entsprechende Konzepte zu prüfen. Konkrete Ergebnisse dieser Prüfung lagen bislang nicht öffentlich vor.
Fazit: Entscheidung weiter offen
Die Debatte um die Oberstufe an der IGS Bramsche zeigt, wie komplex Schulpolitik auf kommunaler Ebene ist. Bildungsinteressen, politische Versprechen und Haushaltsfragen prallen aufeinander. Eine Entscheidung ist weiter offen. Die anstehende Oberstufenreform in Niedersachsen könnte jedoch neuen Druck auf den Kreistag erzeugen, eine klare Position zu beziehen. Für die rund 800 Schülerinnen und Schüler der IGS Bramsche und ihre Familien bleibt die Ungewissheit vorerst bestehen.



