Iburger Straße: Sofortmaßnahmen statt großer Lösung
Die Iburger Straße bleibt Osnabrücks verkehrspolitisches Dauerthema. Nach monatelangem Streit hat der Stadtrat ein Sofortpaket beschlossen. Umweltspuren für Rad und Bus kommen vorerst nicht. Stattdessen setzt die Politik auf kleinere Eingriffe.
Was beschlossen wurde
Der Rat hat ein Sicherheitspaket verabschiedet. Kernpunkt ist Tempo 30 auf der Iburger Straße, allerdings zunächst nur nachts. Tagsüber gilt weiter die bisherige Regelung. Die Maßnahmen richten sich auch gegen sogenannte Dooring-Unfälle. Dabei werden Radfahrende von plötzlich geöffneten Autotüren erfasst. Zuletzt wurde dabei eine 47-Jährige leicht verletzt.
Erste Umsetzungsschritte sollen noch vor dem Sommer beginnen. Einen genauen Zeitplan hat die Verwaltung bislang nicht öffentlich genannt.
Eine Straße, viele Nutzer
Die Iburger Straße ist eine der wichtigsten Einfallstraßen aus dem Süden in die Osnabrücker Innenstadt. Autos, Fahrräder und Busse teilen sich den Platz täglich. Vor allem Schnellbuslinien aus dem Umland stehen hier regelmäßig im Stau. Das kostet Zeit und macht den ÖPNV unattraktiv.
Radfahrende sind ebenfalls unter Druck. Die Strecke gilt als unkomfortabel und gefährlich. Mehr als 10.000 Osnabrückerinnen und Osnabrücker haben den Radentscheid unterzeichnet. Der Stadtrat hat die darin formulierten Ziele mit großer Mehrheit anerkannt. Passiert ist seitdem wenig.
Umweltspuren vom Tisch
Lange war geplant, auf der Iburger Straße Umweltspuren einzurichten. Diese reservierten Fahrspuren sollten Busse und Räder bevorzugen. Jetzt ist dieses Modell vorerst vom Tisch. Kritiker sprechen von einem Rückschlag für den Radverkehr und den ÖPNV.
Stattdessen soll die Straße zweispurig bleiben, aber neu aufgeteilt werden. Busse und Fahrräder sollen sich künftig eine Spur teilen. Details dazu sind noch offen.
Streit zwischen den Fraktionen
CDU und FDP pochten im Stadtrat auf die Leistungsfähigkeit der Straße für den Autoverkehr. Die Mehrheitsgruppe setzte sich dennoch für Tempo 30 und die neue Spuraufteilung ein. Eine schnelle Einigung war das nicht. Die Debatte zog sich über Monate hin, ohne dass neue Lösungsansätze auf den Tisch kamen.
Radverkehrsverbände zeigen sich enttäuscht. Aus ihrer Sicht werden die Ziele des Radentscheids damit nicht ernsthaft verfolgt. Die Kritik: Sicherheit für Radfahrende sei weiter nicht gewährleistet.
Veloroute als Ausweg
Parallel zur Iburger Straße plant die Stadtverwaltung den Ausbau der Veloroute 7. Diese Alternativstrecke soll Radfahrende vom Berufsverkehr auf der Hauptstraße entlasten. Das Projekt ist schon länger in der Planung. Ein konkreter Fertigstellungstermin ist nicht bekannt.
Kritiker bezweifeln, dass eine Ausweichroute das eigentliche Problem löst. Die Iburger Straße selbst bleibe gefährlich, solange keine baulichen Schutzstreifen vorhanden seien.
Fazit
Osnabrück hat an der Iburger Straße einen kleinen Schritt gemacht, keinen großen. Das Sicherheitspaket bringt erste Verbesserungen, löst aber die grundlegenden Konflikte nicht. Wie Rad, Bus und Auto auf dieser zentralen Einfallstraße dauerhaft gerecht verteilt werden, bleibt offen. Die politische Debatte dürfte weitergehen.



