Fünf neue Gesellenbriefe im Zweiradhandwerk der Region
Fünf Absolventen haben ihre Abschlussprüfungen im Zweiradhandwerk erfolgreich abgelegt. Die Prüfungen fanden in Osnabrück und Lingen statt. Die neuen Fachkräfte erhielten ihre Gesellenbriefe und sind ab sofort vollwertige Zweiradmechatroniker.
Ausbildung mit Tiefgang: Technik, Elektronik und mehr
Der Beruf des Zweiradmechatronikers ist anspruchsvoller als viele vermuten. Die Ausbildung umfasst weit mehr als das Wechseln von Reifen oder das Einstellen von Bremsen. Wer den Gesellenbrief in der Hand hält, beherrscht moderne elektronische Fahrzeugtechnik, hydraulische Systeme und pneumatische Bauteile.
Die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim organisiert die Prüfungen gemeinsam mit den Innungen. Zuständig für das Gesellenprüfungswesen ist dort Daniel Lebeda. Die Prüfungsausschüsse werden von der Handwerkskammer und den Innungen gemeinsam besetzt.
Zur praktischen Prüfung gehören Diagnosearbeiten an modernen Fahrzeugsystemen. Die Absolventen arbeiten mit aktuellen Prüf- und Testsystemen. Sie müssen Fehler erkennen, bewerten und beheben. Das gilt für E-Bikes genauso wie für Motorräder oder Roller.
Von der Werkstatt bis zum Chopper-Umbau
Der Beruf bietet ein breites Einsatzfeld. Zweiradmechatroniker arbeiten in Werkstätten und Verkaufsräumen des Zweiradhandels. Sie warten Fahrzeuge, beraten Kunden und führen Umbauten durch.
Auch individuelle Fahrzeugprojekte gehören zum Arbeitsalltag. Wer ein Motorrad zum Chopper umbauen will, braucht dafür eine verlängerte Gabel oder andere Räder. Das erfordert Fachwissen und Erfahrung. Nicht jede Veränderung am Fahrzeug ist zulässig. Die Mechatroniker kennen die gesetzlichen Grenzen.
Zu den frischgebackenen Absolventen aus dem Bereich Osnabrück gehören laut vorliegenden Informationen unter anderem Valeria Derevjankin von der Bike-Farm in Melle sowie Falk Ellerbrock vom Auto- und Motorhaus Borchardt in Osnabrück.
Gesellenprüfung in Lingen: BBS als Prüfungsstandort
Die praktischen Prüfungen im Emsland fanden an den Berufsbildenden Schulen Lingen Technik und Gestaltung statt. Die BBS Lingen ist ein etablierter Standort für Prüfungen im Zweiradhandwerk. Bereits im Sommer 2024 hatten dort Zweiradmechatroniker und Fahrradmonteure ihre Gesellenbriefe erhalten.
Die Absolventen aus Lingen schlossen ihre Ausbildung damit unter denselben Bedingungen ab wie ihre Kollegen in Osnabrück. Beide Standorte sind in die Prüfungsstruktur der Handwerkskammer eingebunden.
Nachwuchs dringend gesucht
Der Arbeitsmarkt für Zweiradmechatroniker ist gut. In der Region Osnabrück sind aktuell mehrere offene Stellen gemeldet, darunter auch Teilzeitangebote. Der Bedarf an Fachkräften bleibt hoch.
Für die Ausbildung genügt mindestens ein qualifizierender Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife. Technisches Interesse ist Voraussetzung. Ein Schnupperpraktikum vorab ist von Vorteil. Wer den Gesellenbrief hat, kann später auch die Meisterschule besuchen. Das BTZ Osnabrück bietet entsprechende Lehrgänge an.
Ausbildungsplätze für die Jahre 2026 und 2027 sind in der Region bereits ausgeschrieben. Die Nachfrage nach dem Beruf bleibt konstant, nicht zuletzt wegen der wachsenden Verbreitung von E-Bikes und Pedelecs.
Fazit: Handwerk mit Zukunft
Die fünf neuen Gesellinnen und Gesellen aus Osnabrück und Lingen sind gut für den Berufsstart aufgestellt. Der Zweiradmarkt wächst. Fachkräfte, die Elektronik, Mechanik und Kundenberatung beherrschen, sind in der Region gefragt. Die frischen Absolventen starten unter guten Voraussetzungen.



