Energiepreise treiben Betriebe ins Ausland: IHK schlägt Alarm

Die Energiekosten gefährden den Industriestandort Osnabrück-Emsland. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, an der rund 300 Mitgliedsunternehmen aus allen Branchen teilgenommen haben.
Jedes dritte Unternehmen denkt ans Ausland
37 Prozent der befragten Industrieunternehmen geben an, Produktionskapazitäten ins Ausland verlagert zu haben, dies gerade umzusetzen oder konkret zu planen. Die Befragung erfasst Betriebe aller Größenklassen und Branchen.
Auch bundesweit zeigt sich dieses Bild. Am DIHK-Energiewende-Barometer haben sich rund 3.600 Unternehmen beteiligt. Hohe Energiepreise sind dort der meistgenannte Grund für Verlagerungsüberlegungen. Bei Großunternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten denkt jedes zweite Unternehmen über eine Verlagerung nach.
Energiekosten als zentrales Problem
Viele Betriebe in der Region berichten, dass die Kosten für Energie ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit direkt untergraben. Produktion im Ausland ist schlicht günstiger.
Die IHK hat die Ergebnisse in einem eigens einberufenen Online-Format präsentiert. Die aktuelle Energiepreissituation sei kein kurzfristiges Problem, so die IHK, sie verändere Investitionsentscheidungen dauerhaft.
Neben den reinen Energiepreisen nennen die Unternehmen Bürokratie und politische Unsicherheiten als weitere Belastungsfaktoren. Viele Betriebe vermissen verlässliche Rahmenbedingungen für langfristige Planungen.
IHK fordert politisches Handeln
Die IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim fordert von der Politik günstigere Industriestrompreise und den Abbau bürokratischer Hürden bei Energieprojekten.
Diese Forderungen decken sich mit denen anderer IHK-Organisationen im Bundesgebiet. Deutschland brauche wettbewerbsfähige Energiepreise, sonst wanderten Arbeitsplätze ab, lautet die Kernbotschaft.
Verlagerung bedeutet Jobverlust
Jede Produktionsverlagerung ins Ausland hat direkte Folgen für Beschäftigte in der Region. Wenn Unternehmen Kapazitäten abbauen oder komplett verlagern, fallen Arbeitsplätze weg. Das betrifft die Industriebetriebe selbst ebenso wie Zulieferer, Logistikunternehmen und Dienstleister in Osnabrück und im Emsland.
Die IHK betont, dass viele Unternehmen am Standort festhalten wollen. Sie investieren in Energieeffizienz, eigene Stromerzeugung und die Umstellung auf andere Energieträger. Diese Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, solange die Grundstruktur der Energiepreise nicht stimme.
Strukturelle Weichenstellung gefragt
37 Prozent der Unternehmen haben Verlagerungen bereits beschlossen oder konkret geplant. Das ist keine Drohkulisse, sondern gelebte Realität, schreibt die IHK.
Günstigere Energiepreise, weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen seien die Voraussetzungen dafür, dass Industriebetriebe in der Region investieren und Arbeitsplätze sichern können.



