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Ein Drittel der Stellen unbesetzt: Krise in der Ausländerbehörde

Die Ausländerbehörde der Stadt Osnabrück steckt in einer tiefen Personalkrise. Rund ein Drittel aller Stellen in der Behörde ist derzeit nicht besetzt. SPD, Grüne und Volt haben diesen Zustand öffentlich kritisiert. Die Stadt reagiert nun mit einer breit angelegten Stellensuche.

Massive Lücken im Stellenplan

Die Zahlen sind alarmierend. Ein Drittel der Stellen in der Osnabrücker Ausländerbehörde bleibt unbesetzt. Das bestätigte die Stadt Osnabrück. Die Behörde sitzt im Stadthaus 2 und ist zuständig für alle ausländerrechtlichen Angelegenheiten von Nicht-EU-Bürgern.

Dazu gehören Aufenthaltstitel, Visa-Verlängerungen und aufenthaltsrechtliche Genehmigungen. Auch ukrainische Kriegsvertriebene, die einen Aufenthaltstitel nach Paragraf 24 des Aufenthaltsgesetzes benötigen, wenden sich an diese Behörde. Der Personalmangel trifft deshalb besonders vulnerable Gruppen hart.

Die politische Kritik kommt von mehreren Seiten. SPD, Grüne und Volt haben die Situation öffentlich bemängelt. Seit Jahren diskutiert die Politik mit der Verwaltung über die personelle und konzeptionelle Weiterentwicklung der Ausländerbehörde. Vorzeigbare Ergebnisse blieben bisher aus.

Ehrenamtliche schlagen Alarm

Auch aus der Zivilgesellschaft kommt Druck. Integrationslotse Michael Janning begleitet Klienten ehrenamtlich bei Behördengängen. Er kritisiert die Zustände in der Behörde offen. Janning spricht von einer spürbaren Angst unter den Betroffenen und einem strukturellen Versagen.

Sein Vorschlag: Jurastudenten der Universität Osnabrück könnten die Behörde unterstützen. So könnten Engpässe zumindest teilweise überbrückt werden. Ob die Stadt diesen Ansatz verfolgt, ist bisher nicht bekannt.

Stadt weitet Stellensuche aus

Die Stadtverwaltung hat reagiert. Die Suche nach qualifizierten Fachkräften läuft auf mehreren Portalen gleichzeitig. Genutzt werden Interamt, die noz-Jobwelt, die Bundesagentur für Arbeit und die eigene Karriereseite der Stadt Osnabrück.

Gesucht werden Personen mit fundierten Kenntnissen im Ausländer- und Verwaltungsrecht. Die Anforderungen sind hoch. Das erschwert die Besetzung der Stellen zusätzlich.

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Bürger brauchen persönliche Termine

Für Betroffene hat der Personalmangel direkte Folgen. Wer ein Anliegen bei der Ausländerbehörde hat, benötigt einen persönlichen Termin. Dieser muss online vereinbart werden. Lange Wartezeiten sind die Regel.

Zuständig für Einwohner der Stadt Osnabrück ist die städtische Behörde am Natruper-Tor-Wall 2. Wer im Landkreis Osnabrück wohnt, wendet sich an die Ausländerbehörde des Landkreises. Dort gilt ebenfalls: ohne Termin keine Bearbeitung.

Fazit: Strukturproblem ohne schnelle Lösung

Die Osnabrücker Ausländerbehörde steht vor einem ernsthaften Strukturproblem. Eine breit gestreute Stellensuche ist ein erster Schritt. Sie löst jedoch nicht die jahrelang aufgelaufenen Versäumnisse in der Personalplanung. Betroffene Bürger müssen vorerst weiter mit langen Wartezeiten rechnen. Die Stadt ist gefordert, schnell und konsequent zu handeln.

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