Dreifachmutter kehrt nach 20 Jahren ans Ruder zurück

Stefanie Oyen hat keine Zeit zu verschenken. Die Bramscher Ruderin ist Mutter von drei Kindern, berufstätig und trotzdem wieder Leistungssportlerin. Nach einer Pause von 20 Jahren sitzt sie nun wieder im Ruderboot. Trainiert wird, wann immer es geht: oft in der Mittagspause.
Zwei Jahrzehnte Pause, dann der Neustart
Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit. Für Stefanie Oyen lagen Familie und Alltag lange vor dem Sport. Dann entschied sie sich für die Rückkehr. Sie startet im Masters-Bereich, der Leistungsklasse für ältere Athletinnen und Athleten. Der Wiedereinstieg in den Rudersport ist kein Freizeitvergnügen. Es geht um Wettkämpfe, Kondition und gezieltes Training.
Oyen startet für einen Verein in der Region Osnabrück. Die genaue Vorbereitung erfordert Ausdauer und Kraft. Beides lässt sich nicht beiläufig aufbauen. Es braucht Struktur, auch wenn der Alltag wenig davon lässt.
Mittagspause als Trainingszeit
Als Dreifachmutter bleibt Oyen wenig Spielraum. Morgens laufen Schule und Beruf, abends die Familie. Die Lösung: Krafttraining in der Mittagspause. Wer als Mutter Sport auf diesem Niveau betreiben will, muss die verfügbaren Zeitfenster konsequent nutzen.
Das ist kein Einzelfall. Sportmediziner und Trainer empfehlen ausdrücklich, kurze Trainingseinheiten in den Berufsalltag zu integrieren. Auch 30 bis 45 Minuten Krafttraining zur Mittagszeit bringen nachweislich Effekte. Der Körper profitiert, die Konzentration steigt oft am Nachmittag.
Das Rudergerät ist dabei ein effektives Werkzeug. Es beansprucht nach Angaben von Sportexperten rund 85 Prozent der Körpermuskulatur. Mit hohem Widerstand und langsamer Bewegung entsteht ein gezieltes Krafttraining. Genau das braucht Oyen für ihre Wettkampfvorbereitung.
Masters-Rudern: Sport mit Anspruch
Masters-Rudern ist kein Seniorensport im Sinne von Entspannung. Die Wettkämpfe sind ernst, die Anforderungen hoch. Athletinnen wie Oyen messen sich mit Gleichaltrigen auf Regatten. Wer dort bestehen will, muss systematisch trainieren.
Der Wiedereinstieg nach zwei Jahrzehnten stellt besondere Anforderungen. Der Körper muss neu an Belastungen gewöhnt werden. Technik und Ausdauer müssen aufgebaut werden. Das gelingt nur mit Geduld und Regelmäßigkeit, nicht mit gelegentlichem Training.
Oyen zeigt, dass beides möglich ist: Familie und Leistungssport. Es erfordert Planung und Disziplin. Eine spontane Trainingseinheit gibt es bei drei Kindern selten. Stattdessen gilt fester Rhythmus, auch wenn das bedeutet, die Mittagspause auf dem Ergometer zu verbringen statt in der Kantine.
Bramsche als sportliche Heimat
Der TuS Bramsche ist in der Region bekannt für seinen vielfältigen Sportbetrieb. Auch im Ruderbereich engagieren sich Mitglieder auf verschiedenen Niveaus. Oyen ist ein Beispiel dafür, dass Vereinssport nicht nur Jüngeren offensteht.
Der Landkreis Osnabrück bietet mit seinen Gewässern grundsätzlich gute Bedingungen für Rudersport. Das Training auf dem Wasser ergänzt die Einheiten im Kraftraum oder auf dem Ergometer. Wer beides kombiniert, schafft eine solide Basis für Wettkämpfe.
Fazit
Stefanie Oyens Geschichte ist schlicht und bemerkenswert zugleich. Sie zeigt, dass ein Wiedereinstieg in den Leistungssport nach langer Pause gelingt, wenn der Wille da ist. Die Mittagspause als Trainingszeit ist dabei kein Notbehelf. Sie ist ein konkretes Modell, wie Familie, Beruf und Sport vereinbar werden. Andere Sportlerinnen und Sportler in ähnlicher Lage können daraus lernen.



