Digitale Behördengänge: Osnabrücker Prominente als Werbegesichter
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Die Stadt Osnabrück setzt auf Promis, um ihr digitales Serviceportal bekannter zu machen. VfL-Funktionär Joe Enochs, die Basketballerinnen der GiroLive Panthers und der lokale Gastro-Tester Umut werben als Testimonials für die Online-Dienste der Stadtverwaltung. Hintergrund: Obwohl fast 200 Verwaltungsleistungen digital verfügbar sind, nutzen viele Bürgerinnen und Bürger das Portal bislang kaum.
Kampagne soll Hemmschwelle senken
Die Stadt hat eine Imagekampagne gestartet, um die Bekanntheit ihres Serviceportals zu steigern. Bekannte Osnabrücker Persönlichkeiten berichten dabei von ihren eigenen Erfahrungen mit den digitalen Angeboten. Sie sollen andere ermutigen, ebenfalls vom Amtsgang in der Innenstadt auf den Klick am Bildschirm umzusteigen.
Das Portal ist rund um die Uhr erreichbar. Bürgerinnen und Bürger können dort Termine buchen, Anträge stellen und sich über Verwaltungsdienstleistungen informieren. Auch das digitale Einreichen von Zuschussanträgen für Kunst- und Kulturprojekte ist möglich.
Joe Enochs als prominentes Aushängeschild
Joe Enochs ist eines der bekanntesten Gesichter der Kampagne. Der gebürtige Amerikaner aus Petaluma, Kalifornien, lebt seit rund 30 Jahren in Osnabrück. Er ist eng mit dem VfL Osnabrück verbunden. Als Spieler bestritt er 78 Zweitligaspiele für den Klub. Zwischen 1996 und 2017 war er in verschiedenen Rollen für den VfL tätig: als Profi, Nachwuchstrainer und Chefcoach. Heute arbeitet er als Direktor Fußball beim VfL.
Enochs ist überregional bekannt und gilt in der Stadt als glaubwürdige Stimme. Das macht ihn für die Kampagne attraktiv.
Weitere Testimonials aus Sport und Gastronomie
Neben Enochs werben auch die Spielerinnen der GiroLive Panthers für das Portal. Der Osnabrücker Frauenbasketball-Verein ist in der Bundesliga aktiv und hat in der Stadt einen festen Fanstamm. Ergänzt wird die Gruppe durch den Gastro-Tester Umut, der in der lokalen Online-Community bekannt ist.
Die Auswahl der Testimonials folgt einem klaren Prinzip: Alle sind echte Osnabrücker, keine zugereisten Werbegesichter ohne Bezug zur Stadt. Die Botschaft soll authentisch wirken.
Fast 200 Dienste, zu wenig Klicks
Fast 200 klassische Behördengänge lassen sich über das Serviceportal vollständig online abwickeln. Das Angebot umfasst die Ummeldung, Gewerbeanmeldungen und Förderanträge im Kulturbereich. Trotzdem bleibt die Nutzung hinter den Erwartungen zurück.
Die Verwaltung will mit der Kampagne gezielt gegensteuern. Viele Bürgerinnen und Bürger wüssten schlicht nicht, was digital möglich sei, lautet die Diagnose hinter der Aktion. Das Portal soll als erste Anlaufstelle für Verwaltungsangelegenheiten etabliert werden.
Fazit
Die Stadt Osnabrück hat ein solides digitales Angebot aufgebaut, das bislang wenig genutzt wird. Der Griff zu prominenten Osnabrückern als Werbeträger ist ein pragmatischer Ansatz: Vertraute Gesichter sollen die Hemmschwelle senken. Ob die Kampagne die Nutzerzahlen spürbar steigert, wird sich zeigen.



