Gesundheit

CKQ Quakenbrück: Hebammen jetzt fest angestellt

Das Christliche Krankenhaus Quakenbrück hat reagiert. Nach massiven finanziellen Einbußen durch den neuen Hebammenhilfevertrag wechseln die bisher freiberuflich tätigen Beleghebammen in ein Angestelltenverhältnis. Der einzige Kreißsaal im Landkreis Osnabrück bleibt damit geöffnet.

Neuer Vertrag, alte Probleme

Seit dem 1. November 2025 gilt der neue Hebammenhilfevertrag gemäß Paragraf 134a SGB V. Die zuständige Schiedsstelle hatte ihn Anfang April 2025 festgesetzt. Rund 19.000 freiberufliche Hebammen in Deutschland sind betroffen.

Für die Beleghebammen am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück bedeutete der neue Vertrag erhebliche Einschnitte. Sie befürchteten Einkommenseinbußen von bis zu 30 Prozent. Das bisherige Belegsystem, bei dem freiberufliche Hebammen ihre eigenen Patientinnen in die Klinik begleiten, drohte zu kollabieren.

Bereits im September 2025 hatten die Hebammen öffentlich Alarm geschlagen. Die Lage war ernst: Ohne Hebammen kein Kreißsaal, ohne Kreißsaal keine Geburtshilfe im Landkreis.

Festanstellung als Ausweg

Krankenhausgeschäftsführer Ralph Ehring hatte schon im November 2025 gegenüber dem NDR angedeutet, dass eine Festanstellung der Hebammen geprüft werde. Die Entscheidung ist nun gefallen. Das CKQ stellt die Hebammen fest an.

Damit wechselt das Krankenhaus von einem Belegmodell zu einem klassischen Angestelltenverhältnis. Die Hebammen erhalten ein geregeltes Gehalt. Die finanziellen Risiken durch den neuen Vergütungsvertrag trägt künftig das Krankenhaus.

Das Christliche Krankenhaus Quakenbrück ist ein Verbundkrankenhaus mit zwei Standorten: Quakenbrück und Löningen. Insgesamt verfügt es über 571 Planbetten inklusive 24 tagesklinischer Plätze. Die Geburtshilfe war einer der sensibelsten Bereiche.

Versorgung im Landkreis war gefährdet

Der Kreißsaal in Quakenbrück ist der einzige im gesamten Landkreis Osnabrück. Ein Wegfall hätte Schwangere in der Region hart getroffen. Nächste Alternativen lägen deutlich weiter entfernt.

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Das Problem ist nicht auf Quakenbrück beschränkt. Auch in Vechta und anderen Orten im Oldenburger Münsterland berichteten Beleghebammen von Existenzängsten. Der neue Hebammenhilfevertrag hat bundesweit Diskussionen ausgelöst.

Kritiker bemängeln, dass die neue Vergütungsstruktur das Beleghebammensystem systematisch benachteiligt. Beleghebammen begleiten Geburten in Kliniken, sind aber nicht bei diesen angestellt. Genau dieses Modell gerät durch den neuen Vertrag unter Druck.

Modell mit Signalwirkung

Die Entscheidung des CKQ könnte Vorbildcharakter haben. Andere Krankenhäuser in der Region stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Die Frage lautet: Festanstellung oder Schließung des Kreißsaals?

In Quakenbrück hat man sich für die Festanstellung entschieden. Das sichert die Versorgung. Es erhöht aber auch die Personalkosten für das Krankenhaus spürbar.

Fazit

Das Christliche Krankenhaus Quakenbrück hat eine pragmatische Lösung gefunden. Die Festanstellung der Hebammen sichert den Betrieb des Kreißsaals. Für Schwangere im Landkreis Osnabrück ist das eine gute Nachricht. Wie sich das Modell langfristig trägt, wird sich zeigen. Der neue Hebammenhilfevertrag bleibt eine Belastung für viele Geburtshilfeabteilungen in Deutschland.

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