Lokal

Betrüger zielen auf russischsprachige Senioren in Osnabrück

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Betrüger haben in Osnabrück eine neue Zielgruppe ins Visier genommen: russischsprachige Seniorinnen und Senioren. Mit Schockanrufen auf Russisch erschleichen sie Vertrauen und kassieren anschließend Bargeld. Innerhalb von kaum mehr als zwei Wochen zählte die Polizei mindestens fünf vollendete Fälle. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 90.000 Euro.

Wie die Täter vorgehen

Das Muster ist immer gleich. Die Anrufer geben sich als Polizeibeamte aus. Sie sprechen die Opfer gezielt auf Russisch an. Das schafft Vertrauen, denn viele Betroffene sind aus dem postsowjetischen Raum zugewandert.

Im Gespräch behaupten die Täter, ein Familienmitglied habe einen Unfall verursacht. Nun sei dringend Geld nötig, um eine Gefängnisstrafe abzuwenden. Die Opfer werden unter Druck gesetzt. Sie sollen schnell handeln und niemanden informieren.

Kurze Zeit nach dem Anruf erscheint ein Abholer an der Wohnungstür. Er nimmt das Bargeld entgegen und verschwindet. Die Beschreibungen der Abholer ähneln sich: Meist handelt es sich um junge Männer unter 30 Jahren mit schlanker Statur.

Fälle im Stadtgebiet und im Landkreis

Schinkel und Quakenbrück betroffen

Mehrere Fälle ereigneten sich im Osnabrücker Stadtteil Schinkel. Dort übergaben Senioren hohe vierstellige Bargeldsummen an unbekannte Abholer. In einem dokumentierten Fall wurde ein 90-jähriger Mann gegen 13.50 Uhr angerufen. Eine angebliche Polizistin meldete sich auf Russisch bei ihm.

Auch im Landkreis schlugen die Täter zu. In Quakenbrück fiel eine 70-jährige Frau auf die Masche herein. Der Abholer erschien gegen 12.45 Uhr an ihrer Adresse in der Haydnstraße. Er nahm das Geld entgegen und flüchtete.

Gesamtschaden: rund 90.000 Euro

Die Polizei Osnabrück bestätigte einen Gesamtschaden von rund 90.000 Euro. Das Geld stammt aus mehreren Einzelfällen. In jedem Fall übergaben die Opfer hohe vierstellige Summen in bar.

Lesen  50 Jahre Kneipenwirtin: Anne Üding feiert Jubiläum in Osnabrück

Bundesweites Phänomen mit lokaler Konzentration

Schockanrufe auf Russisch sind kein rein lokales Problem. Auch in Berlin verzeichnete die Polizei bis Ende Februar rund 20 solcher Taten. Der Schaden dort belief sich auf rund 400.000 Euro. Die Täter operieren offenbar überregional und suchen gezielt Städte mit größeren russischsprachigen Gemeinden auf.

Osnabrück hat eine nennenswerte Gemeinschaft von Menschen mit Wurzeln in Russland, der Ukraine und anderen Staaten der früheren Sowjetunion. Diese Gruppe steht offenbar im Fokus der Betrüger.

Polizei gibt klare Verhaltenshinweise

Die Polizei Osnabrück warnt ausdrücklich vor der Masche. Echte Polizistinnen und Polizisten fordern am Telefon niemals Bargeld. Sie verlangen auch nicht, dass Zeugen oder Angehörige nicht informiert werden.

Wer einen solchen Anruf erhält, soll sofort auflegen. Danach gilt: den Notruf 110 wählen und den Vorfall melden. Keinesfalls soll Bargeld an unbekannte Personen übergeben werden, auch wenn die Anrufer glaubwürdig klingen.

Die Polizei bittet außerdem darum, ältere Verwandte und Bekannte aktiv über die Masche zu informieren. Gerade Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen, reagieren auf Anrufe in ihrer Erstsprache oft besonders vertrauensvoll.

Fazit

Die Betrugsserie zeigt eine klare Strategie: Die Täter nutzen Sprache als Werkzeug. Sie sprechen ihre Opfer auf Russisch an, um Vertrauen zu erschleichen. Innerhalb kürzester Zeit entstehen hohe Schäden. Die Polizei ist alarmiert. Wer russischsprachige Seniorinnen und Senioren kennt, sollte sie jetzt gezielt warnen.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"