AfD streicht Stammtisch in Osnabrück: Protest und Gegenvorwürfe

Der AfD-Kreisverband Osnabrück-Stadt hat seinen Stammtisch vom 26. Juli gestrichen. Die Veranstaltung war in einer Gaststätte in der Johannisstraße geplant. Rund 100 Menschen versammelten sich dort zu einer Gegendemonstration. Die Absage kam diesmal nicht vom Wirt, sondern von der Partei selbst.
Stammtisch abgesagt, Demo trotzdem vor Ort
Ursprünglich wollte der AfD-Kreisverband seinen regulären Stammtisch in der Johannisstraße abhalten. Doch der Kreisverband strich die Veranstaltung vorzeitig. Dennoch versammelten sich rund 100 Gegendemonstranten vor der Gaststätte. Es kam damit zu einem Aufeinandertreffen zweier Gruppen, obwohl die AfD-Veranstaltung bereits nicht mehr stattfand.
Über die genauen Hintergründe der Absage durch den Kreisverband liegen keine offiziellen Angaben vor. Aus Parteikreisen hieß es lediglich, man habe die Veranstaltung vorsorglich gestrichen.
AfD kritisiert die Stadtverwaltung
In einer Stellungnahme griff der AfD-Kreisverband anschließend die Stadt Osnabrück an. Die Partei wirft der Stadtverwaltung Untätigkeit vor. Konkret geht es um unangemeldete Aktionen aus der linken Szene. Diese würden von der Stadt nicht konsequent unterbunden, so der Vorwurf.
Die Stadt Osnabrück hat sich zu diesen Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert. Eine offizielle Reaktion der Verwaltung liegt nicht vor.
Proteste gegen AfD-Veranstaltungen im Raum Osnabrück häufen sich
Der Vorfall in der Johannisstraße steht nicht allein. In Melle im Landkreis Osnabrück demonstrierten laut Polizei rund 1.200 Menschen gegen einen AfD-Bürgerdialog. Dazu hatte ein breites Bündnis aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen aufgerufen.
In Dissen trafen bei einem AfD-Stammtisch rund 40 Parteimitglieder auf etwa 300 Gegendemonstranten. Die Veranstaltungen der AfD in der Region sorgen damit regelmäßig für öffentliche Reaktionen.
Partei sieht sich durch Widerstand bestätigt
AfD-Vertreter aus der Region verweisen auf die wirtschaftliche Lage in Deutschland. Sie sehen den Protest als Zeichen, dass ihre Themen relevant seien. Konkrete Konsequenzen für die Parteiarbeit vor Ort zieht der Kreisverband nach eigener Darstellung nicht.
Fazit
Der abgesagte Stammtisch in der Johannisstraße zeigt das angespannte politische Klima in Osnabrück. Die AfD reagiert auf den öffentlichen Druck mit Kritik an der Stadtverwaltung. Wie die Stadt mit den Vorwürfen umgeht, bleibt vorerst offen. Klar ist: Veranstaltungen der AfD im Raum Osnabrück mobilisieren weiterhin viele Gegner.



