Wirtschaft

7.000 neue Firmen: Osnabrück-Emsland trotzt dem Bundestrend

Rund 7.000 neue Unternehmen wurden 2024 in der Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim gegründet. Das meldet die Industrie- und Handelskammer. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg von 1,9 Prozent. Damit schneidet die Region deutlich besser ab als der Rest Deutschlands.

Gründungszahlen über dem Durchschnitt

Bundesweit stieg die Gründungsrate zuletzt nur leicht an. Sie kletterte von 7,8 auf 8,0 Prozent. Die Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim legte stärker zu. Die IHK wertet das als positives Signal für den Wirtschaftsstandort.

Auch im Vergleich mit Niedersachsen steht die Region gut da. Die Startup-Landschaft im Bundesland wächst. Die Zahl der Finanzierungsrunden stieg entgegen dem Bundestrend um 12 Prozent. Besonders in der Frühphase fanden Gründer leichter Zugang zu Kapital.

Welche Branchen wachsen besonders?

Nicht alle Wirtschaftsbereiche entwickeln sich gleich. Besonders stark zogen die Gründungszahlen in den Bereichen Erziehung und Unterricht an. Dort lag der Anteil bei 11,3 Prozent. Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen folgten mit 10,9 Prozent.

In diesen Bereichen überstieg die Zahl der Neugründungen die der Schließungen. Das ist ein wichtiger Unterschied zum bundesweiten Bild. Deutschlandweit gab es zuletzt mehr Unternehmensschließungen als Neugründungen.

Dienstleistungen als Wachstumsmotor

Der Trend zeigt: Dienstleistungsunternehmen dominieren das Gründungsgeschehen. Klassische Industriebranchen spielen beim Gründungsboom eine geringere Rolle. Die Region befindet sich seit Jahren im Strukturwandel. Neue Geschäftsmodelle entstehen vor allem im Servicesektor.

Schatten: Insolvenzen auf Höchststand

Die guten Gründungszahlen haben jedoch eine Kehrseite. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der Region ist 2024 drastisch gestiegen. Sie erreichte den höchsten Stand seit 2012. Das zeigt: Der wirtschaftliche Druck auf bestehende Betriebe ist hoch.

Auch das allgemeine Konjunkturklima bleibt angespannt. Die IHK meldete zuletzt eine erneute Eintrübung der Stimmung unter den Unternehmen. Viele Betriebe bewerten ihre aktuelle Lage und ihre Aussichten skeptisch.

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Zwei Seiten derselben Medaille

Viele neue Unternehmen entstehen, gleichzeitig schließen mehr Betriebe als in den Jahren zuvor. Das Bild der regionalen Wirtschaft ist also zweiteilig. Auf der einen Seite steht Gründungsdynamik. Auf der anderen Seite stehen finanzielle Schieflagen bei etablierten Firmen.

Region besser aufgestellt als der Bund

Trotz aller Schwierigkeiten gilt: Die Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim steht im bundesweiten Vergleich gut da. Das war nicht immer so. Experten bezeichnen die Einschätzung der Region als prosperierend stets als relativ, also im Vergleich zu anderen Regionen Niedersachsens.

Die Gründungszahlen 2024 stützen dieses Bild. Wer in der Region ein Unternehmen starten will, findet offenbar gute Bedingungen vor. Das gilt besonders für die Dienstleistungsbranche und für junge Startups.

Fazit

Die Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim meldet beim Gründungsgeschehen ein solides Plus. 7.000 neue Unternehmen in einem Jahr sind ein klares Zeichen für Aufbruchsstimmung. Gleichzeitig zeigen steigende Insolvenzzahlen und ein trübes Konjunkturklima, dass die wirtschaftliche Lage komplex bleibt. Der Gründungsboom allein reicht nicht, um die strukturellen Herausforderungen der Region zu lösen.

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