60.000 Euro für 36 Quadratmeter: Osnabrücks Klimaoase unter der Lupe
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Holzbohlen, Sitzmöbel, Kübelpflanzen und Wassernebel: Die Stadt Osnabrück hat auf dem Nikolaiort eine sogenannte Klimaoase aufgestellt. Pünktlich zum Hitzeaktionstag wurde die Anlage eröffnet. Die Kosten dafür stehen nun im Fokus der Kritik.
Von 80.000 auf unter 60.000 Euro
Im Februar 2026 wurde in einer Ausschusssitzung eine Kostenschätzung von rund 80.000 Euro genannt. Das Rathaus kommuniziert nun einen niedrigeren Betrag. Die Anlage soll demnach unter 60.000 Euro kosten.
Das klingt nach einer Ersparnis. Doch die Anlage misst gerade einmal 6 mal 6 Meter. Auf dieser Fläche stehen Holzbohlen, einige Sitzgelegenheiten, Kübelpflanzen und eine Wassernebel-Anlage. Das entspricht einer Fläche von 36 Quadratmetern.
Rechnet man grob, kostet damit jeder Quadratmeter der Klimaoase mehr als 1.600 Euro. Zum Vergleich: Für diesen Gesamtbetrag lassen sich in manchen deutschen Regionen Reihenhäuser kaufen.
Rückzugsort bei Hitze soll entstehen
Die Stadt Osnabrück begründet das Projekt mit dem Klimawandel und steigenden Temperaturen in der Innenstadt. Der Nikolaiort soll an heißen Tagen ein Ort der Abkühlung sein. Die Klimaoase steht frei auf dem Platz, ohne umliegende Wände.
Das unterscheidet sie von der sogenannten Klimakiste, die die Stadt zuvor erprobt hatte. Ein Sonnensegel, das ursprünglich in der Planung vorgesehen war, wurde letztlich nicht verbaut.
Wassernebel soll die gefühlte Temperatur senken. Die Kübelpflanzen sollen Schatten spenden und das Kleinklima verbessern. Die Holzbohlen bilden einen erhöhten Boden und gliedern die Fläche.
Kritik an Kosten und Verhältnismäßigkeit
Die Diskussion über den Preis ist in Osnabrück nicht neu. Bereits nach der Bekanntgabe der ursprünglichen Kostenschätzung von 80.000 Euro regte sich Widerstand. Die Frage lautet: Ist der Betrag für das Gebotene angemessen?
Kritiker weisen auf das Missverhältnis hin. Für knapp 60.000 Euro erhalten Bürgerinnen und Bürger eine temporäre Anlage auf kleinstem Raum. Ob das Projekt dauerhaft oder nur saisonal betrieben wird, ist aus den vorliegenden Informationen nicht eindeutig hervorgegangen.
Die Stadtverwaltung hält dagegen, dass Hitzeschutz in der Innenstadt eine kommunale Aufgabe sei. Städtische Infrastruktur dieser Art erfordere Planung, Genehmigungen und Aufbau. Das treibe die Kosten nach oben.
Hitzeschutz als städtische Aufgabe
Viele deutsche Städte experimentieren mit Maßnahmen gegen urbane Hitze. Begrünte Flächen, Trinkbrunnen und Beschattung gehören dazu. Osnabrück setzt mit der Klimaoase auf ein sichtbares Pilotprojekt in der Fußgängerzone.
Der Nikolaiort liegt zentral in der Osnabrücker Innenstadt. Die Frequenz an Passanten ist hoch. Das macht den Standort aus Sicht der Stadt attraktiv für ein solches Vorzeigeprojekt.
Ob weitere Klimaoasen folgen sollen und wie sich die Kosten bei einer Skalierung entwickeln würden, ist bislang nicht bekannt.
Fazit
Die Klimaoase auf dem Nikolaiort zeigt, dass Hitzeschutz in der Stadt Geld kostet. Unter 60.000 Euro für 36 Quadratmeter sind eine Ansage. Die Stadt Osnabrück muss nun zeigen, dass das Projekt seinen Preis wert ist. Der Hitzeaktionstag war der erste Test. Der Sommer wird der zweite sein.



