Wirtschaft

140 Fahrzeuge, ein Erbe: Die Automobilsammlung von VW Osnabrück

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Im früheren Karmann-Werk an der Osnabrücker Stadtgrenze steht eine Sammlung, die selbst eingefleischte Autohistoriker staunen lässt. Über 140 Fahrzeuge dokumentieren dort Jahrzehnte deutscher Karosserie- und Ingenieurskunst. Ein britischer VW-Bulli-Klub bekam kürzlich seltenen Einblick in dieses Depot der Automobilgeschichte.

Von Karmann zu Volkswagen: Eine Sammlung mit bewegter Geschichte

Die Sammlung hat ihre Wurzeln im Traditionsunternehmen Wilhelm Karmann GmbH. Das Osnabrücker Unternehmen baute über Jahrzehnte Cabriolets und Sportfahrzeuge für namhafte Hersteller. 2009 meldete Karmann Insolvenz an. Das Werk übernahm Volkswagen.

Mit dem Werk übernahm VW auch die Fahrzeugsammlung. Zunächst sicherte der Konzern nur die eigenen Konzernfahrzeuge. Später übernahm Volkswagen die komplette Sammlung. So blieb ein einzigartiges Zeugnis der Automobilgeschichte in Osnabrück erhalten.

Zwischenzeitlich kursierten Gerüchte, wertvolle Stücke seien veräußert worden. Darunter soll das Adler Diplomat Cabriolet gewesen sein. Adler zählte in den 1930er-Jahren zu den wichtigsten Kunden von Karmann. Die Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht vollständig: Der Kernbestand blieb zusammen.

Über 140 Fahrzeuge unter einem Dach

Die Automobilsammlung der Volkswagen Osnabrück GmbH umfasst heute mehr als 140 Fahrzeuge. Sie reichen vom Karmann Jagdwagen aus dem Jahr 1909 bis zu aktuellen Modellen wie dem T-Roc Cabriolet. Die Spanne der Marken ist beachtlich: VW, Porsche, DKW und Vorkriegsmodelle von Adler finden sich in den Hallen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Cabrio-Klassikern. Der Karmann Ghia, das Käfer Cabrio, der Scirocco und der Corrado gelten als Meilensteine der VW-Geschichte. Alle entstanden in Osnabrück. Alle stehen heute in der Sammlung.

Auch eine Hanomag Straßenzugmaschine gehört zum Bestand. Sie zeigt, wie breit die industrielle Karosseriekompetenz am Standort einmal war.

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Seltener Besuch aus Großbritannien

Kürzlich erhielt die Sammlung Besuch von einem britischen VW-Bulli-Klub. Die Gruppe bekam Zugang zu den historischen Räumen im früheren Karmann-Stammsitz. Solche Führungen sind nicht selbstverständlich.

Volkswagen bietet am Standort sogenannte Visitor Walks an. Diese Besucherführungen ermöglichen Einblicke in die Sammlung. Derzeit steht die Automobilsammlung für reguläre Besuche allerdings nicht zur Verfügung. Der Zugang ist eingeschränkt.

Ein Standort mit besonderer Kompetenz

Das Werk Osnabrück ist innerhalb des VW-Konzerns kein gewöhnlicher Produktionsstandort. Hier entstehen Fahrzeuge von der Konstruktionszeichnung bis zur Endmontage vollständig vor Ort. Der Fachbegriff dafür lautet Mehrmarkenkompetenz.

Das bedeutet: Osnabrück kann bei Bedarf Fertigungsschritte für verschiedene Konzernmarken übernehmen. Diese Flexibilität macht den Standort wertvoll. Sie hat auch dazu beigetragen, dass das Werk nach der Karmann-Insolvenz weitergeführt wurde.

Die Cabrio-Tradition des Werks ist eng mit dieser Kompetenz verbunden. Osnabrück galt lange als die Cabrio-Hauptstadt des VW-Konzerns. Das letzte dort produzierte Cabriolet war das T-Roc Cabrio.

Fazit: Ein Denkmal aus Blech und Geschichte

Die Automobilsammlung im VW-Werk Osnabrück ist mehr als ein Firmenmuseum. Sie ist ein Dokument der deutschen Automobilindustrie. Von der Vorkriegszeit bis in die Gegenwart zeigt sie, was an diesem Standort erdacht, gebaut und entwickelt wurde. Dass diese Sammlung nach der Karmann-Insolvenz vollständig erhalten blieb, ist keine Selbstverständlichkeit. Für Osnabrück ist sie ein industrielles Gedächtnis.

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