Wirtschaft

132 Jahre Firmengeschichte: Pölking gibt auf und wird abgewickelt

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Das Traditionsunternehmen J.H. Pölking aus Osnabrück-Fledder stellt den Betrieb ein. Nach 132 Jahren Firmengeschichte und zwei gescheiterten Sanierungsanläufen hat das Unternehmen die Liquidation eingeleitet. Eine Fortführungsperspektive sieht der Schuhgroßhändler nicht mehr.

Lange Geschichte, bitteres Ende

Die J.H. Pölking GmbH & Co. KG wurde im Jahr 1894 gegründet. Über mehr als ein Jahrhundert belieferte das Unternehmen den Schuheinzelhandel in Deutschland und im osteuropäischen Ausland. Der Kundenstamm galt als breit aufgestellt und gewachsen über Jahrzehnte.

Doch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten häuften sich. Im März 2023 beantragte das Unternehmen beim Amtsgericht Osnabrück ein Eigenverwaltungsverfahren. Das Gericht ordnete die vorläufige Eigenverwaltung an. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte Pölking rund 85 Mitarbeiter.

Geschäftsführerin Angelika Pölking betonte damals, das Unternehmen liefere weiterhin Schuhe aus dem aktuellen Katalog. Das Ziel war klar: nachhaltige Sanierung, Neuaufstellung, Zukunftsfähigkeit. Die Gehälter der Belegschaft waren durch das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Erster Hoffnungsschimmer blieb nicht lange

Im Sommer 2024 schien die Wende zu gelingen. Das Eigenverwaltungsverfahren wurde zum 3. Juni 2024 aufgehoben. Das Unternehmen meldete damals, positiv in die Zukunft zu blicken. Die Restrukturierung sollte weitergehen, das Schlimmste schien überwunden.

Doch der zweite Anlauf scheiterte ebenfalls. Das Unternehmen leitete daraufhin die geordnete Abwicklung ein. Die Liquidation erfolgt damit nach einem Eigenverwaltungsverfahren, das keine tragfähige Grundlage für einen Neustart liefern konnte.

Strukturwandel setzt dem Großhandel zu

Der Fall Pölking steht exemplarisch für die Lage vieler mittelständischer Schuhgroßhändler. Der stationäre Schuheinzelhandel verliert Marktanteile. Online-Plattformen übernehmen den Direktvertrieb. Großhändler geraten dabei zunehmend unter Druck.

Hinzu kommen gestiegene Kosten für Logistik und Energie sowie ein verändertes Bestellverhalten im Handel. Viele Einzelhändler reduzieren ihre Lagerkapazitäten und ordern kurzfristiger. Das trifft klassische Großhandelsstrukturen hart.

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Pölking hatte versucht, sich auf diese Veränderungen einzustellen. Zwei Sanierungsverfahren zeigen, dass das Unternehmen den Wandel aktiv angehen wollte. Doch die Bemühungen reichten nicht aus.

Geordnete Abwicklung soll Schaden begrenzen

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben eine geordnete Liquidation eingeleitet. Das bedeutet: Die Abwicklung soll strukturiert verlaufen. Offene Verbindlichkeiten sollen soweit möglich bedient werden.

Für die verbleibenden Mitarbeiter bedeutet die Entscheidung das Ende ihrer Beschäftigung bei Pölking. Wie viele Stellen noch betroffen sind, ist derzeit nicht bekannt. Zum Zeitpunkt der ersten Insolvenz im Jahr 2023 waren es rund 85 Beschäftigte.

Fazit: Ein Stück Osnabrücker Wirtschaftsgeschichte endet

Mit J.H. Pölking verliert Osnabrück ein Unternehmen mit tiefen Wurzeln in der Stadtgeschichte. 132 Jahre Betrieb, zwei Insolvenzverfahren, keine Rettung in Sicht. Die Liquidation markiert das endgültige Ende eines Großhändlers, der den deutschen Schuhhandel über Generationen mitgeprägt hat. Der Standort Fledder verliert damit einen seiner bekanntesten mittelständischen Arbeitgeber.

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