Kunst & Kultur / Kulturnachrichten

10.03.2009

Stolpersteine werden am 20. März verlegt

Am Freitag, 20. März, werden weitere Stolpersteine an fünf Orten in der Innenstadt verlegt, mit denen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert wird. Vor ihren letzten freiwilligen Wohn- oder Wirkungsstätten werden die so genannten „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig in den Gehweg eingelassen, auf denen die Namen und Schicksale der Opfer zu lesen sind.

Bisher wurden in Osnabrück seit November 2007 45 Steine verlegt. Mit der kommenden Verlegung wird die Geschichte von sechs jüdischen Opfern und sieben Opfern aus zwei Sinti-Familien im Stadtbild fest gehalten.

Um 9.30 Uhr wird vor dem Haus Neumarkt 4 ein Stolperstein für Felix Löwenstein verlegt, der in den letzten Kriegstagen im Konzentrationslager Sandbostel an einer unbehandelten Verletzung starb.

Im Anschluss findet um 10 Uhr vor dem Landgericht Osnabrück, Neumarkt 2, in Anwesenheit von Oberbürgermeister Boris Pistorius die Verlegung von Stolpersteinen im Gedenken an die jüdischen Juristen Dr. Adolf Cohen und Dr. Hugo Schulhof statt, die den zahlreichen Repressionen des NS-Regimes gegen diesen Berufsstand ausgesetzt waren.

Johanna Moses unterhielt in ihrer Wohnung an der Johannisstraße 54 einen Mittagstisch, bevor sie im Juli 1942 deportiert und ermordet wurde. Ihrer wird mit der Verlegung eines Stolpersteins um ca. 10.30 Uhr gedacht.

An der heutigen Adresse Kamp 46 befand sich früher das Wohnhaus der Sinti-Familien Schmidt und Dusbaba. Um ca. 11 Uhr werden hier Stolpersteine für Anna Schmidt und ihre drei Kinder Bertold-Ferdinand, Karl-Heinz und Violetta verlegt und für die drei Kinder aus der Familie Dusbaba: Ferdinand, Anita und Heidelinde Dusbaba.

Am Schnatgang 58 schließlich wird um ca. 11.45 Uhr an Käthe und Hans Bernstein erinnert, die aus dem niederländischen Exil deportiert und in Auschwitz ermordet wurden.

Schüler des Berufsschulzentrums Westerberg, die das Berufsgrundbildungsjahr Bautechnik absolvieren verlegen die Steine mit Unterstützung des städtischen Fachdienstes Straßenbau.

Die Patenschaft für den Stolperstein für Felix Löwenstein am Neumarkt 4 übernimmt Wolfgang Hofmeister, ein Angehöriger der Familie. Das Landgericht Osnabrück und der Anwaltsverein Osnabrück sind Paten der Stolpersteine für die Juristen Dr. Adolf Cohen und Dr. Hugo Schulhof vor dem Landgericht am Neumarkt 2. Die Patenschaft für Johanna Moses wird von der Zeitzeugin Marianne Schneider übernommen, die Frau Moses und ihre Tochter noch persönlich kannte und in der Wohnung Johannisstraße 54 oft zu Gast war. Am Kamp 46 übernehmen Heike Ritterbusch und Beatrix Brockmeyer die Patenschaft für Anna Schmidt. Die Eheleute Kerstin Schaper-Herzberg und Thomas Herzberg sind Paten des Steins für Bertold-Ferdinand Schmidt. Die Patenschaft für Karl-Heinz und Violetta Schmidt sowie für Heidelinde Dusbaba über-nimmt die Firma Köster AG. Die Klasse 7c der Angela-Schule Osnabrück gedenkt mit der Patenschaft für den Stein dem Schicksal von Ferdinand Dusbaba. Die Patenschaft für die Schwester Anita Dusbaba übernimmt Sylvia Kuhlmann Reifurth. An der letzten Verlegestelle am Schnatgang 58 rufen die Paten Frauke Stamm-Begemann und die Eheleute Hela und Walter Lahrmann das Schicksal von Käthe Bernstein und ihrem Sohn Hans Bernstein in Erinnerung.

Weitere Informationen zu dem Projekt Stolpersteine unter Tel.: 323-2322; www.osnabrueck.de/stolpersteine



Osnabrück-Net Letzte Änderung: 12.03.2009