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10.02.2009
"Evolution unterwegs"
Er revolutionierte die Naturwissenschaften und erschütterte die christliche Schöpfungsgeschichte: Charles Robert Darwin. Seine Evolutionstheorie ist bis heute gültig - und dennoch immer mal wieder der Ausgangspunkt für Diskussionen. Der biblische Schöpfungsbericht galt im jüdisch-christlich geprägten Kulturkreis viele Jahrhunderte lang als Tatsache: Mitte des 19. Jahrhunderts glaubten die meisten Menschen, dass die Erde im Jahre 4004 v. Chr. geschaffen wurde - mit allen Pflanzen und Tieren, so wie es in der Bibel steht. Keine Art war seither verschwunden, keine dazugekommen. Diese Weltvorstellung brachte Charles Darwin 1859 mit seinem berühmten Buch "Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl" ins Wanken. Was folgte, war ein Beben in Wissenschaft, Kirche und Gesellschaft: Denn Darwin behauptete, dass nicht Gott alle Tiere erschaffen habe, sondern dass sie Resultat einer natürlichen Entwicklung seien. Die Veröffentlichung dieses womöglich bedeutendsten Buches der Naturwissenschaften ist 150 Jahre her, der Geburtstag Charles Darwins jährt sich am 12. Februar zum 200. Mal. Dies war Grund genug, das Jahr 2009 international zum Darwinjahr auszurufen. In vielen Städten und Regionen finden aus diesem Grund viele Veranstaltungen zum Thema Darwin und Evolution statt. Das Osnabrücker Museum am Schölerberg - Natur und Umwelt - ist zusammen mit seinem Kooperationspartner, der Universität Bielefeld, Preisträger eines Wettbewerbes der Volkswagenstiftung zum Darwinjahr ( im Internet nachzulesen unter der Adresse: http://www.volkswagenstiftung.de/foerderung/impulse/evolutionsbiologie/ideenwettbewerb-evolution-heute.html) und wird in diesem Jahr zusammen mit weiteren Projektpartnern, unter anderem dem Theater Osnabrück, ein umfangreiches Programm mit dem Titel "Evolution unterwegs" präsentieren. Ein Programmelement ist beispielsweise die "Evolutionssymphonie", die vom Bielefelder Komponisten Phil Münch komponiert wurde und am 23. Mai uraufgeführt wird. Es handelt sich um eine Tonkunst, die Klangexperimente wagt und neue Tonlandschaften (soundscapes) am Computer erschafft. Diese Landschaften werden grafisch multimedial unterstützt. Die Theatermäuse des Theaters Osnabrück proben seit September mit viel Eifer unter der Leitung von Theaterpädagogin Annette Schekahn an ihrem selbst entwickelten Theaterstück, das passenderweise "Ein Stück Evolution" heißen wird. Das erste Mal wird sich der Vorhang für die Theatermäuse am 22. Mai um 16 Uhr im Museum am Schölerberg heben. Am 29. Mai um 19.30 Uhr wird Thomas Schneider vom Theater Osnabrück erstmals in die Rolle von Charles Darwin schlüpfen und Details aus seinem Leben zum Besten geben. Wie viele andere Elemente dieses Projektes wurde auch diese szenische Lesung durch Studierende der Universität Bielefeld vorbereitet. Kathrin Brewitt und Holger Wille haben viel Recherchearbeit für einen authentischen Text geleistet, der dann gemeinsam mit dem Schauspieler weiter bearbeitet wird. Nach einigen weiteren Veranstaltungen im öffentlichen Raum kommt es dann am 7. Juni mit der Eröffnung der Wanderausstellung "Evolution unterwegs" zum Finale des Projektes. Eine große interaktive Ausstellung, die nach ihrer Zeit in Osnabrück noch über Jahre im deutschsprachigen Raum wandern wird, ist dann für die Öffentlichkeit zugänglich. Bis dahin gibt es für die Projektverantwortlichen Norbert Niedernostheide vom Museum am Schölerberg sowie Dr. Tom Steinlein und Prof. Dr. Klaus Reinhold von der Universität Bielefeld noch jede Menge zu tun. Bereiche wie "Darwins Raum", "Evolution der Evolutionstheorie", "Wie arbeiten Evolutionsforscher?", "Gibt es technische Evolution?", "Selektion und Adaptation", "Sexuelle Selektion", "Evolution und Vielfalt" und natürlich die Evolution des Menschen müssen noch umfangreich vorbereitet und umgesetzt werden. Glücklicherweise haben sich im Planungsteam mittlerweile fast 25 Studierende eingefunden, die im Rahmen dieses Projektes Bachelor- oder Masterarbeiten schreiben. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Wettbewerbs "Evolution heute" von der Volkswagenstiftung. Eine Übersicht zu den Terminen aller durch die Stiftung geförderten Projekte findet sich auf www.volkswagenstiftung.de/darwinjahr |
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Letzte Änderung: 12.02.2009 |