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Kunst & Kultur / Kulturnachrichten

10.12.2008

"Römisches Geld in Nordwestdeutschland"

Vortrag von Dr. Frank Berger in der Volkshochschule

Die Geschichte der Entdeckung von Kalkriese als Ort der Varusschlacht ist untrennbar mit der Entdeckung von Münzen verbunden. Nur durch sie, anfangs durch die auffällige Häufung von römischen Goldmünzen, war es einem so bedeutenden Wissenschaftler wie dem Berliner Historiker Prof. Dr. Theodor Mommsen möglich, bereits im Jahr 1885 zu behaupten, der Raum Kalkriese sei die einzig mögliche "Örtlichkeit der Varusschlacht".

Auch bei den modernen archäologischen Forschungen in Kalkriese standen von Beginn an die Münzfunde im Mittelpunkt der Betrachtung, weil nur sie präzise Möglichkeiten der Datierung und der Herkunft eröffnen.

Die Entdeckung eines Münzschatzes aus der Zeit des Augustus im Jahr 1987 wurde als erster bedeutender Hinweis betrachtet. Doch entscheidender waren die nachfolgenden Entdeckungen von Kupfermünzen, sogenanntes Soldatengeld, im Rahmen der ersten archäologischen Sondierungen. Da diese Fundmünzen teilweise den Gegenstempel des Varus trugen und damit eindeutig ihre Herkunft offenbarten, gab es schon Anfang der 1990er Jahre die Gewissheit, welch bedeutender Fundplatz Kalkriese ist.

Maßgeblichen Anteil an dieser Aussage, die zum Ausgangspunkt für die umfangreichen Ausgrabungen in Kalkriese wurde, hat der Numismatiker Dr. Frank Berger vom Historischen Museum Frankfurt. Er hat seit 1987 die Kalkrieser Forschungen wissenschaftlich begleitet und zählte bereits damals zu den kenntnisreichsten Fachleuten für antike Münzfunde in Nordwestdeutschland. Seitdem ist in diesem Raum eine Fülle an neuen bedeutenden römischen Fundplätzen hinzugekommen, die ebenfalls von ihm begutachtet wurden. Im seinem Vortrag "Römisches Geld in Nordwestdeutschland" am kommenden Dienstag, 16. Dezember, 19 Uhr, in der Volkshochschule wird er diese Fundplätze vorstellen. Dabei soll es vor allem darum gehen, anhand der Münzfunde Rückschlüsse auf die Kontakte zwischen Römern und Germanen während der Zeit der römischen Expansion in das rechtsrheinische Germanien zu ziehen. Der Vortrag findet im Rahmen der Reihe "Römer und Germanen in Nordwestdeutschland" statt



Osnabrück-Net Letzte Änderung: 11.12.2008