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02.12.2004
Dirk Bach- der sympathische Showmaster als Mafiapate?
Ein beinahe menschenleeres Industriegelände in Köln. Schlackehaufen, rostige Asphaltmühlen und ein gigantischer Schornstein bestimmen die Szenerie, in der an diesem Sonntagmorgen ein Team von Filmamateuren ihr Set aufbaut. Es ist kurz nach 10 Uhr, als Martin Erfling, Regisseur und Organisator der Bissendorfer Filmgruppe "FunAct Pictures" die erste Szene mit Kameramann Friso Gentsch und seinen Darstellern bespricht. Diesen Tag haben er und seine Freunde lange vorbereitet. Weder die Suche nach einem passenden Drehort, noch die Beschaffung kostspieliger Requisiten, vor allem eines Mercedes Oldtimers, hatten sich einfach gestaltet. Aber auch die Abstimmung mit dem engen Terminplan des Schauspielers und Moderators Dirk Bach, den Martin Erfling für einen Gastauftritt in der FunAct Pictures Produktion "Wild Boys- Jetzt wird gerockt!" gewinnen konnte, war eine logistische Herausforderung. Die Ankunft des Prominenten wird für 11 Uhr erwartet, doch zunächst sollen einige Voreinstellungen gedreht werden. Der Himmel ist mit düsteren Wolken verhangen, als die Aufnahmen beginnen. Eine Gruppe von aufmerksam um sich starrenden jungen Männern stellt sich breitbeinig in Positur. Mit ihren schwarzen Anzügen, dunklen Sonnenbrillen und ausdruckslosen Gesichtern wirken sie in dieser Umgebung unheimlich, ja bedrohlich. Jeder Zuschauer, der das Genre des Mafia- oder Gangsterfilmes kennt, erblickt in ihnen sofort Angehörige der Unterwelt. Plötzlich rast ein bunt bemalter Ford Granada auf das Gelände, kurvt um eine der Asphalthalden und hält vor den Mitgliedern der "ehrenwerten Gesellschaft". Aus dem Wagen, dessen Dach mit einer Flagge der amerikanischen Südstaaten verziert ist, steigen vier auffällige Gestalten und treten den Mafiosi entgegen: Ein Rocker (Maarten Vellekoop), dessen Jacke mehr von Aufnähern als von Stoff zusammengehalten wird, ein Punk (Sebastian Feil) mit wilden Dreadlocks und ein Zuhälter (Hans Huser) in Cowboystiefeln. Der Fahrer, ein Schrauber (Martin Erfling) in Blaumann und grobem Schuhwerk, lehnt sich lässig an sein Auto. Bei der nun folgenden Konfrontation entsteht der Eindruck, es mit einem konspirativen Treffen zu tun zu haben, das ganz und gar nicht nach den Vorstellungen der Gangster abläuft- nach vielfältigen Beschimpfungen und Drohungen wird schließlich der große Pate herbeigerufen...
Nachdem Dirk Bach gegen 11 Uhr mit seinem auffälligen amerikanischen Auto vorgefahren ist, steht auch dem Auftritt des "Paten" nichts mehr im Wege. Der kleine, kugelige Mann verbreitet durch sein sympathisches Wesen und seine Offenheit eine gute Stimmung am Set, die selbst während der konzentrierten Dreharbeiten erhalten bleibt. Seine Professionalität zeigt sich in der Geschwindigkeit, in der er in seine Rolle als Mafiaboss findet und in der Ausdrucksstärke, mit der er den perfiden Drogenhändler zum Leben erweckt. Auf die Frage, ob es eine besondere Herausforderung darstelle, auch einmal den Bösewicht zu spielen, antwortet Dirk Bach, er sei dies durch seine Theaterrollen gewöhnt, das Problem sei "mehr das Sizilianische" gewesen, vor allem die Aussprache. Diese sei ihm nur "dank eines Menschen, der grade neben der Kamera steht" gelungen, womit Herr Bach den extra für ihn engagierten Sizilianer meint, der Hinweise zur Betonung und Klangfarbe gegeben hatte. Dirk Bachs Mitwirken am dritten Film von Fun Act Pictures (nach "Stomach Ulcer" und "Untot") ist eine Premiere, die durch Martin Erflings Regiepraktikum bei den Arbeiten zum "Kleinen Mönch" und ihre aus dieser Zeit stammende persönliche Bekanntschaft ermöglicht wurde. Es sei sein erster Dreh mit Amateuren, seit er kein Amateur mehr ist, sagte Bach. Wichtig sei ihm "die Freude am Ganzen, an der Produktion", dies empfinde er als das "was am schönsten ist". Bleibt zu hoffen, dass Dirk Bach auch zur Erstaufführung von "Wild Boys- Jetzt wird gerockt!" kommen kann, deren Termin allerdings noch nicht feststeht. Dann würde er nicht nur an seiner vorzüglichen Gastrolle, sondern auch am ganzen, mit viel Herzblut und Einsatz produzierten Film seine wahre Freude haben. Informationen, ein Trailer und Bilder von "Wild Boys" gibt es auf www.funactpictures.de. Dort kann man sich auch für eine geplante Massenszene (12.12.04, ab 10 Uhr, Haus der Jugend Osnabrück) eintragen. Für diese Szene werden noch Komparsen gesucht! Bericht: Sebastian Bosse
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Letzte Änderung: 02.12.2004 |