Kunst & Kultur / Kulturnachrichten

08.05.2002

Gustav-Stüve-Sammlung wird wieder dauerhaft im Kulturgeschichtlichen Museum präsentiert
Niederländische und flämische Meister des 16. und 17. Jahrhunderts

Am 12. Mai, 11 Uhr, wird ein wichtiger Teilbereich des vom Kulturgeschichtlichen Museums betreuten Kulturgutes der Öffentlichkeit wieder dauerhaft zugänglich gemacht: die Sammlung Gustav Stüve mit Gemälden niederländischer, flämischer, deutscher und italienischer Meister des 16. bis 19. Jahrhunderts. Insbesondere Kunstwerke niederländischer und flämischer Maler des 16. und 17. Jahrhunderts sind in der Sammlung vertreten: Neben Gerard Ter Borch sind dies unter anderem Jan Asselyn, Jan Dirksz Both, Joos van Craesbeeck, Jan van Goyen, Jan van Haensbergen, Joos de Momper II der Jüngere, Isaak de Moucheron, Roelant Savery, Lodevijk de Vadder und François Verwilt. Darüber hinaus bezeugen weitere repräsentative Einzelstücke, unter anderem von Giovanni Busi de Cariani, Art Salvatore Rosa, August Querfurth, Andreas Achenbach und Christian Morgen-stern, das Inte-resse des Sammlers für die italienische Malerei und das Schaffen deutscher Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts.
Erstmals wird vor dem Hintergrund der Entstehungsgeschichte der Sammlung die historische Hängung im Kulturgeschichtlichen Museum rekonstruiert. Die Dauerausstellung macht damit einen Teilaspekt des Kulturverständnisses des Osnabrücker Bürgertums im 19. Jahrhundert sichtbar.
Gustav Stüve (1833 - 1911), ehemaliger Regierungspräsident in Osnabrück, hatte sich ab 1888 als Vorstandsvorsitzender des damaligen Muse-umsvereins für die Profilierung des Museums eingesetzt. Nicht zuletzt aus diesem Engagement heraus vermachte er seine Privatsammlung 1911 dem Museum. Bis 1931 wurde die Sammlung im Obergeschoss des Kulturge-schichtlichen Museums gezeigt. Danach wurde sie im Schloss präsentiert, um 1937 wieder in das Museum zurückzukehren. Im Krieg wurde die Sammlung, wie alle städtischen Museumsbestände, ausgelagert. Unter der Museumsleitung von Dr. Walter Borchers wurden wichtige Einzelstücke aus der Sammlung ab 1948 in die Gemäldesammlung integriert. Sein Nachfolger, Dr. Manfred Meinz, präsentierte die "Niederländer" in der "Gemäldegalerie", die im Oberlichtsaal in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingerichtet wurde. Nach der Restaurierung des Museums Ende der achtzi-ger Jahre und einer Sonderausstellung der Gustav- Stüve-Sammlung wurde ein repräsentativer Teil im Obergeschoss des Hauptgebäudes gezeigt. Die Vorbereitungen zur Europratsausstellung von 1998 waren Anlass, einen Teil der Gemälde zu restaurieren. Mit der neuen Präsentationsform soll die Gu-stav-Stüve-Sammlung nun wieder in das Bewusstsein der Osnabrücker Bür-gerinnen und Bürger gebracht werden.
Die Ausstellung dokumentiert die Entwicklung der Präsentationsform von der Kabinett-Hängung des 18. Jahrhunderts bis zur "modernen" Hängung im 20. Jahrhundert.
Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück/Felix-Nussbaum-Haus, Lotter Str. 2, 49078 Osnabrück, Tel. 0541/323-2207, Fax 0541/323-2739
Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 11 bis 18 Uhr, samstags/sonntags 10 bis 18 Uhr


Osnabrück-Net Letzte Änderung: 08.05.02