1648/1998
350 Jahre Westfälischer Friede

Neu: Umfassende Informationen zu Tibet und dem Dalai Lama


FÜR FRIEDEN UND MENSCHENRECHTE

Internationale Konferenz zu Tibet und Burma

Osnabrück, 6. Juni 1998
Universität Osnabrück, Schloß

Friedensnobelpreisträger in Osnabrück

In Gedenken an den "Westfälischen Frieden" von 1648 haben die Städte Osnabrück und Münster anlässlich der Menschenrechtskonferenz zu Tibet und Burma die Friedensnobelpreisträger Seine Heiligkeit den Dalai Lama und Frau Aung San Suu Kyi eingeladen. Während der Dalai Lama aus dem indischen Exil kommt und die Konferenz eröffnet, spricht für Frau Aung San Suu Kyi, die vom Militärregime Burmas unter Hausarrest gehalten wird, der Premierminister der burmesischen Exilregierung Dr. Sein Win.

Das Thema der Konferenz ist die aktuelle politische und soziale Situation in Burma und Tibet. Sie dokumentiert die Menschenrechtsverletzungen und möchte Impulse für die Diskussion der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit geben.

Gemeinsam mit Vertretern aus dem burmesischen und tibetischen Exil findet während dieser Konferenz ein Friedensdialog statt, von dem alle Beteiligten Schritte zur Überwindung der katastrophalen Menschenrechtslage in Tibet und Burma erhoffen.

Ein gemeinsamer Friedensappell soll die Kräfte für eine friedliche Konfliktlösung in Tibet und Burma stärken. In fünf Foren finden Diskussionen mit deutschen und ausländischen Experten statt. (s. unten). Fragen der deutschen und europäischen Politik gegenüber Tibet und Burma werden außerdem in einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit Spitzenpolitikern und Menschenrechtlern erörtert.

Die Konferenz wird von internationen Menschenrechts- und Hilfsorganisationen gemeinsam mit regionalen Trägern organisiert.

Tibet und Burma - Für Frieden und Menschenrechte

Tibet und Burma sind mehr als geografische Bezeichnungen. Ihre Namen stehen zugleich für schwerste Menschenrechtsverletzungen, die in Europa jedoch immer noch nur den wenigsten Menschen bekannt sind.

In Tibet finden seit dem Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarmee im Jahr 1950 schwerste Menschenrechtsverletzungen statt. Neben der politischen, kulturellen und religiösen Unterdrückung prägen ebenso ungerechtfertigte Inhaftierungen, Folter und Tötungen bis heute das Leben in Tibet.

Burma, dem die Militärs den neuen Namen "Myanmar" verordnet haben, wurde in Jahrzehnten brutaler Diktatur zu einem der ärmsten Länder Asiens und ist zusätzlich zerrissen von Minderheitenkonflikten und einem Krieg der Militärs gegen die eigene Bevölkerung.

Der Dalai Lama und Aung San Suu Kyi sind zu Repräsentanten Tibets und Burmas geworden. Sie treten konsequent, glaubwürdig und unbeugsam für Frieden und Menschenrechte ihrer Völker ein - und zwar ausschließlich gewaltfrei, trotz aller Grausamkeit und Brutalität der Unterdrücker.

Veranstaltungen am 6. Juni 1998

11.15
Rede des Dalai Lama auf dem Marktplatz (Rathaus) und Verlesung einer Grußbotschaft von Frau Aung San Suu Kyi
12.15
Eröffnung der Konferenz durch die Ehrengäste
12.30 - 13.00
Einführung
14.00 - 18.00
Foren zu Tibet und Burma
19.00 - 21.00
Öffentliche Podiumsdiskussion im Schloß
"Die deutsche und europäische Politik zu Tibet und Burma auf dem Prüfstand"

Veranstaltung am 7. Juni 1998

Power of Non-Violence

Open Air-Konzert für Tibet und Burma

Simple Minds, Bob Geldorf u.a.

Das Wochenende für Frieden und Menschenrechte endet mit einem großen Rockkonzert für Tibet und Burma. Internationale Musikstars, die ihre Popularität immer auch zugunsten der Unterdrückten und Notleidenden eingesetzt haben, kommen nach Münster, um mit ihrer Musik zugleich auf Völker hinzuweisen, für die Frieden noch immer ein Fremdwort ist.

Menschenrechtsorganisationen und Hilfswerke stellen auf dem Gelände ihre Arbeit vor und zeigen, wie man in Deutschland und Europa für bedrohte Völker in der Welt aktiv werden kann. Friedensveranstaltungen sollen verdeutlichen, daß Frieden trotz der brutalen Unterdrückung des tibetischen und des burmesischen Volkes nur mit gewaltlosen Mitteln zu erreichen ist.

Einlaß 16 Uhr, Freibad Münster-Hiltrup, Karten (56,-DM) bei allen Vorverkaufsstellen oder tel. 0251/5 92 52 52

Forum 1

Menschenrechte und politische Rechte

China und Myanmar (vormals Burma) sind als Mitglieder der Vereinten Nationen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verpflichtet. Die dortigen Machthaber weisen Kritik an den Menschenrechtsverletzungen, die sie verüben, als Einmischung in innere Angelegenheiten zurück. Sie stellen aber auch den universellen Charakter der Erklärung in Frage: Als westliches Konzept stelle sie das Individuum in den Mittelpunkt, während in der politischen Kultur Asiens der Einzelne hinter das Gemeinwohl zurückzutreten habe. Diese These wird vor dem Hintergrund der kulturellen und religiösen Traditionen in Burma und Tibet diskutiert, wie auch die Frage, welchen Beitrag wir zu einer Verbesserung der Menschenrechtslage leisten können.

Moderation: Ursula Körner (amnesty international)

Referentinnen: Katharine Gerson (amnesty international, London); Dr. Thaung Htun (UN-Burma Office, New York); Tsewang Norbu (Heinrich Böll-Stiftung, Berlin)

Organisation und Durchführung: amnesty international

Forum 2

Soziale Lage und die Arbeit von Hilfswerken

Nach einem Überblick über die soziale Lage in Tibet und Burma soll die Frage geklärt werden, ob eine Projektförderung durch ausländische Hilfswerke sinnvoll ist und welche Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung stehen. Während manche Beobachter meinen, angesichts der politischen Situation diene jede Hilfe letztlich der Stabilisierung der chinesischen Zentralregierung, die faktisch Tibet besetzt hält, beziehungsweise des burmesischen Militärregimes, gehen andere davon aus, daß es Spielräume für sinnvolle Arbeit im Interesse der betrofenen Bevölkerung gibt. Dies soll anhand konkreter Erfahrungen mit und in Projekten diskutiert werden.

Moderation:Klemens Ludwig (Tibet Initiative Deutschland)

ReferentiInnen:Olaf Lismann (Tibet Initiative Deutschland); Dr. Khin NiNi Thein (Burma/Niederlande); Law Plah Min (Burma); Kirsten Gade (Evangelische Zentralstelle für Entwicklungspolitik EZE)

Organisation:und Durchführung: terre des hommes

Forum 3

Profit oder Menschenrechte?

International tätige Unternehmen sind heute häufig mächtiger und einflußreicher als Nationalstaaten. Das würde multinationalen Unternehmen die Möglichkeit einräumen, für die Respektierung der Menschenrechte einzutreten.

Am Beispiel Chinas und Burmas soll dargestellt werden, wie sich die Geschäftsbeziehungen auf die Menschenrechtslage auswirken. Rechtfertigt die Schaffung von Arbeitsplätzen die politische Stabilisierung der Machthaber? Wie sind Konsumentenboykott und wirtschaftliche Sanktionen der Weltgemeinschaft und ähnliche Maßnahmen als Gegenstrategien zu bewerten?

Moderation: Veronika M. Schmitz (freie Journalistin)

ReferentInnen: Wangpo Tethong (Tibet); Harn Yawnghwe (Euro-Burma Office, Brüssel)

Organisation und Durchführung: Burma Büro

Forum 4

Lobbyismus, Politik und Medien

Die Haltung der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union gegenüber Burma und Tibet ist von politischen und wirtschaftlichen Interessen und von den medien bestimmt. Wie können Initiativen und Hilfsorganisationen den Interessen der Tibeter und Burmesen mehr Gehör verschaffen?

Die Probleme der Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für Tibet und Burma werden diskutiert und die Voraussetzungen für einen effektiveren Einsatz für Frieden und Menschenrechte in diesen Ländern herausgearbeitet.

Moderation: Dr. Franz Alt

ReferentInnen:Dr. Christian Schwarz-Schilling (CDU) angefragt; Volker Neumann (SPD) angefragt; Monika Deimann-Clemens (Tibet Initiative Deutschland) angefragt; Dr. Kyaw Tha Tun (Universität Göttingen)

Organisation und Durchführung: Tibet Initiative Deutschland

Forum 5

Völkerrecht und Völkermord

Das Schweigen der internationalen Staatengemeinschaft zum Genozid in Tibet und zur Unterdrückung der Minderheiten in Burma verdeutlicht, wie wenig das "Recht des Schwächeren" in der internationalen Politik gilt. Trotz Völkermord-Konvention und Resolutionen der Vereinten Nationen halten die schweren Menschenrechtsverletzungen an.

Internationale Experten, Tibeter und Angehörige der Minderheiten Burmas geben eine Überblick über die Menschenrechtssituation. Die verfassungsrechtliche Stellung der Nationalitäten Burmas und die Verstrickung der Militärjunta in die Drogenwirtschaft sind weiter Themen.

Moderation: dr. Kajo Schukulla (Gesellschaft für bedrohte Völker)

ReferentInnen (angefragt): Dr. Michael van Walt (Unrepresented Nations ans Peoples Organisation (UNPO), Den Haag); Erkin Alptekin (UNPO); Tenzin Emchi Norbu (Tibeter Gemeinschaft Schweiz); Internationale Juristenkommission, Genf; Sai Khamzam Payakwong (Shan Democratic Union, Burma); Aung Myint Tun (Sprecher National League for Democracy, NLD-LA, London); Aung Lwin (Karen, Burma)

Organisation und Durchführung: Gesellschaft für bedrohte Völker

Anmeldeformulare zur Internationalen Konferenz zu Tibet und Burma

Anmeldeschluß ist der 30. April 1998

gibt es beim:

Aktionszentrum 3. Welt
z.Hd. Norbert Böker
Bierstr. 29
49074 Osnabrück

 


Osnabrück-Net Letzte Änderung: 07.04.1998
Copyright © 1996-98 EMAF
Osnabrück-Net Office